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Schauspiel

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann

„Mundus vult decipi – die Welt will betrogen sein“ wussten schon die alten Römer. Felix Krull, Sohn eines erfolglosen rheinischen Schaumweinfabrikanten, hat das zu seinem Lebensprinzip erhoben. Schon als Kind spielte er gerne den Kaiser, stand seinem malenden Paten Schimmelpreester in unterschiedlichsten Kostümen Modell oder stellte sich so überzeugend krank, dass selbst der Hausarzt kapitulieren musste. Nach Konkurs und Selbstmord des Vaters verschlägt es Felix nach Frankfurt und Paris, wo er dank seines schauspielerischen Talents und seiner Attraktivität einen rasanten Aufstieg erlebt – als Zuhälter, Dieb und Hochstapler. Von Schimmelpreester in einem luxuriösen Grand Hotel untergebracht, bringt es der junge Mann vom Liftboy über den Kellner zum Oberkellner. Er lässt sich von der überspannten Gattin eines Straßburger Klosettschüssel-Fabrikanten verführen, zieht die begehrlichen Blicke einer englischen Erbin und eines schottischen Lords auf sich und trifft schließlich auf die Chance seines Lebens: Der Marquis de Venosta aus Luxemburg will mit ihm Rollen und Identitäten tauschen, um mit seiner unstandesgemäßen Geliebten in Paris bleiben zu können.

Thomas Mann arbeitete fast vierzig Jahre lang an seinem letzten Roman, der nur wenige Monate vor seinem Tod veröffentlicht wurde. Abgeschlossen hat er die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ nie: „Fragment wird das wunderliche Buch wohl bleiben ... Es ist ja gar nicht auf ein Je-Damit-Fertigwerden angelegt“, schrieb der Nobelpreisträger über seinen Bestseller, der eine Parodie auf den klassischen Bildungs- und Entwicklungsroman mit einer deftigen Schelmengeschichte verbindet. Mann schuf mit Felix („der Glückliche“) einen hinreißenden (Anti-)Helden, der den Fake zur (Lebens-)Kunst erhebt. Felix zeigt und entlarvt auf das Amüsanteste, wie sich eine Welt manipulieren lässt, die den Sinn für Werte, Wahrheit und Authentizität verloren hat. Und die damit unserem Heute nicht ganz unähnlich ist.

Ab 2023 ist „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ Pflichtlektüre im Leistungsfach Deutsch für das Abitur in Baden-Württemberg.

Weitere Infos

Besetzung

FELIX KRULL MAX RANFT
Mutter KRULL / Madame HOUPFLÉ u.a. MICHAELA FENT
ROSZA / ZAZA u.a.  JOANNA LISSAI
Zollbeamter / STANKO u.a.  BERNHARD MEINDL
Rezeptionist / Marquis DE VENOSTA u.a. DAVID MEYER
OLYMPIA KRULL / ELEANOR TWENTYMAN u.a. JOHANNA MILLER
SCHIMMELPREESTER / Stabsarzt / Hoteldirektor STÜRZLI u.a. FREDI NOËL
ENGELBERT KRULL / MÜLLER-ROSÉ / Lord KILMARNOCK / Professor KUCKUCK u.a. JENS PETER

REGIE ELIAS PERRIG
AUSSTATTUNG PETRA WINTERER
DRAMATURGIE ANDREAS FRANE