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Oper

Eugen Onegin

Oper von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

Libretto von Konstantin Schilowsky, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky nach Alexander Puschkin
In deutscher Sprache

Im Gegensatz zu ihrer quirligen Schwester Olga hat Tatjana ein eher melancholisches Wesen, liest Bücher und träumt sich in ihrer Fantasie fort. Als jedoch der Dichter Lenski, Olgas Verlobter, seinen Nachbarn und Freund Eugen Onegin mit zum Gut bringt, wo Olga und Tatjana wohnen, verändert sich alles: Tatjana verliebt sich in den weltgewandten Onegin und blüht vor lauter Emotionen förmlich auf. Sie schreibt ihm einen Brief, in dem sie ihm, nicht ganz ohne Angst, ihre Liebe gesteht. Onegin kann, wie er behauptet, allerdings keine romantischen Gefühle erwidern und gibt ihr einen Korb. Als Onegin kurz darauf von Lenski dazu gezwungen wird, zu einem Ball mitzukommen, will er ihm dafür eins auswischen und tanzt nur mit Olga. Der Streich hat jedoch ungeahnte Folgen: Lenski wird so eifersüchtig, dass er Onegin zum Duell herausfordert und dabei tödlich verletzt wird. Erst Jahre später traut sich Onegin wieder auf einen Ball, auf dem er die inzwischen mit einem älteren Fürsten verheiratete Tatjana trifft. Onegin verliebt sich nun ebenfalls in Tatjana. Doch obwohl auch Tatjana noch Gefühle für ihn hegt, ist es zu spät.

Alexander Puschkins berühmte und traurige Liebesgeschichte spiegelt erstmals Situationen und Menschen der russischen Gesellschaft unter der Herrschaft der Zaren Alexander I. und Nikolaus I. um 1820 literarisch realistisch wider. Das Versepos wurde 1833 veröffentlicht und gilt als Meisterwerk der russischen Literatur. Es verwundert daher nicht, dass Pjotr Iljitsch Tschaikowsky auf dem Höhepunkt seiner Karriere diese Geschichte für eine Oper aufgriff. Die Uraufführung 1879 in Moskau dirigierte damals der Pianist Nikolai Rubinstein. Die drei Akte sind in sieben lyrische Bilder aufgeteilt, die die wichtigen emotionalen Momente der Figuren aufzeigen. Tschaikowskys Musik bietet passend dazu russische Volksmelodien im Gewand der romantischen Oper mit Bauernchören, Bällen und so eindringlichen Szenen wie der Briefszene von Tatjana oder dem Duell.