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Musical

Die letzten fünf Jahre

Musical von Jason Robert Brown

Produktion in New York von Arielle Tepper und Marty Bell /
Originalproduktion Northlight Theatre, Chicago USA
Deutsch von Wolfgang Adenberg

Weinend steht sie mit dem Ehering in der Hand da: Die mit ihrer Karriere unzufriedene Schauspielerin Cathy Hiatt trauert über die zerbrochene Ehe mit dem aufstrebenden jüdischen Buchautor Jamie Wellerstein. Vor fünf Jahren hatten sie sich kennen und lieben gelernt. Jamie vergötterte sie – ob Jüdin oder nicht. Und auch wenn Cathy mit sich selbst am Kämpfen war, mit ihm wollte sie ihre Zukunft verbringen, eine Familie gründen. Sie zogen zusammen, heirateten, unterstützten und ermutigten sich gegenseitig dazu, über sich selbst hinauszuwachsen. Doch dann begannen die Probleme. Was ist bloß schief gegangen? Sie finden die Ursachen in den berufsbedingten räumlichen und zeitlichen Trennungen, in Form von Versagensängsten, verschiedener Prioritätensetzung, Neid und Eifersucht. Vor allem Cathys zunehmende Selbstzweifel und Misserfolge als Schauspielerin auf der einen Seite und Jamies große Erfolge als Schriftsteller und Beliebtheit bei anderen Frauen auf der anderen Seite stellen ihre Beziehung auf eine harte Probe. Der Abschied fällt beiden schwer und ist doch unausweichlich.

Das Kammermusical „Die letzten fünf Jahre“ (The Last Five Years), besetzt mit nur einem Sänger und einer Sängerin, wurde 2001 in Chicago uraufgeführt und 2014 mit Jeremy Jordan und Anna Kendrick in den Hauptrollen verfilmt. Die Geschichte, inspiriert von der gescheiterten Ehe des Autors Jason Robert Brown selbst, folgt einer ungewöhnlichen Erzählweise, bei der die Handlung ausschließlich über die vierzehn Lieder und aus den verschiedenen Perspektiven der beiden Hauptfiguren vermittelt wird: Jamie beginnt seine Erzählung zum Zeitpunkt des Beginns der Beziehung, Cathy schildert retrospektiv vom Ende der Ehe ausgehend das Geschehen der letzten fünf Jahre. Die ebenfalls von Jason Robert Brown verfassten Lieder und Duette sind emotional rockig-poppig, enthalten aber auch Elemente aus dem Bereich der Klassik und Genres wie Klezmer, Folk oder Blues. Der Mitsingen-Wollen- und Mitfühlfaktor ist groß!