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Musical

Jugend ohne Gott

Musical von Philipp Gras und Claudio Gottschalk-Schmitt → Urraufführung Nach dem gleichnamigen Roman von Ödön von Horváth

In einem totalitären Staat versucht ein junger Lehrer, humanistische Ideale und moralische Werte zu bewahren und zu vermitteln. Seine Schüler allerdings übernehmen scheinbar bedenkenlos die offiziell propagierte Ideologie, die Überzeugung von der eigenen Überlegenheit, Hass und Missgunst gegenüber allen Anderen und Andersdenkenden. Der Lehrer fügt sich zunächst in das herrschende System, denn er will seine sichere Stellung nicht gefährden. Doch dann begleitet er seine Schüler in ein Zeltlager aufs Land. Dort werden sie vormilitärischem Drill ausgesetzt, üben Schießen und Marschieren. Ein Fotoapparat wird gestohlen, im nahe gelegenen Dorf eine alte Frau überfallen, zwischen zwei der Jungen, Z und N, kommt es zum Streit. Neugierig auf die Ursache der Konflikte im Lager liest der Lehrer das Tagebuch von Z und erfährt so, dass dieser sich heimlich mit einem Mädchen trifft, der Anführerin einer Diebesbande. Z beschuldigt N, das Tagebuch gelesen zu haben, und wenig später wird N erschlagen im Wald gefunden. Z gesteht die Tat. Doch die Untersuchung des Todesfalls und die Nachforschungen des Lehrers führen nicht nur ihn an seine Grenzen.

Der junge Esslinger Komponist Philipp Gras und der Librettist Claudio Gottschalk-Schmitt machen für das Theater Pforzheim aus Ödön von Horváths drittem Roman von 1937, mit seiner beißenden Kritik an Nationalsozialismus und Kleinbürgertum, ein überraschend zeitgemäßes Musical. „Jugend ohne Gott“ gilt als ein wichtiges Beispiel der antifaschistischen Literatur zur Zeit des Dritten Reiches und ist gleichzeitig ein spannender Kriminalroman um Schuld und Sühne, Gewissen und Widerstand. Hermann Hesse schrieb 1938 an Alfred Kubin: „Ein kleines Buch empfehle ich Ihnen, eine Erzählung ‚Jugend ohne Gott‘ von Horváth. Sie ist großartig und schneidet quer durch den moralischen Weltzustand von heute.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Mit „Jugend ohne Gott“ knüpft das Theater Pforzheim an seine lange Tradition an, neue Musicals ur- oder erstaufzuführen.