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Verbrennungen

Stück von Wajdi Mouawad

Aufwühlende Spurensuche einer Familie zwischen Gegenwart und Vergangenheit

In Rückblenden und zeitlichen Überschneidungen erzählt der Autor Wajdi Mouawad eine bewegende Familiengeschichte, die sich als Spurensuche zwischen Gegenwart und Vergangenheit versteht. Die Zwillinge Jeanne und Simon haben von ihrer verstorbenen Mutter Nawal einen Auftrag erhalten. In zwei Briefen fordert Nawal ihre Kinder auf, nach dem totgeglaubten Vater und dem verschollenen Bruder zu forschen. Nawal war vor dem Krieg im Libanon geflohen und hatte sich eine neue Existenz im Westen aufgebaut. Widerwillig machen sich die Geschwister an ihre Aufgabe. Die Suche nach den eigenen Wurzeln führt sie in die kollektive Tragödie des Krieges zurück. Sie entdecken das Geheimnis ihrer eigenen Herkunft.

Geboren im Libanon, lebt Wajdi Mouawad heute in Paris. Dem Autor gelingt es in „Verbrennungen“ durch die langsame Enthüllung der Wahrheit das Publikum mitten in die Geschichte hineinzuziehen. Mithilfe der Verzweigung von Zeit- und Handlungsebenen, der Darstellung von individuellem Schicksal und kollektivem Kollaps zeichnet der Autor das Portrait einer kriegs- und krisengeschüttelten Gesellschaft und stößt eine Diskussion über Ursachen und Folgen ideologischer Auseinandersetzungen an. Ein spannendes Drama über die Suche nach Wahrheit und die Verstrickung in einer von Bürgerkrieg und sinnloser Gewalt geprägten Zeit.

Wajdi Mouawad erhält den «1. Europäischen Dramatiker*innen Preis» des Schauspiels Stuttgart. Finanziert vom baden-württembergischen Kunstministerium, ist es die erste hochkarätige Auszeichnung, die die dramatische Kunst in Europa in all ihrer Vielfalt in den Blick nimmt und sie als verbindendes Element zwischen den europäischen Kulturen versteht.