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Shakespeare in love - Pressestimmen

"Pforzheimer Zeitung"

"Als begeistert gefeierte Eröffnungspremiere des Schauspiels kam „Shakespeare in Love“, eine pralle, witzige, unterhaltsame, geistreiche, funkelnde Hommage an das Theater und seine Protagonisten, auf die Bühne des Theaters Pforzheim. Für den gleichnamigen Erfolgsfilm aus dem Jahr 1998 schrieb Lee Hall nach dem Filmdrehbuch von Marc Norman und Tom Stoppard eine Bühnenfassung, die 2014 in London, in der deutschsprachigen Fassung von Corinna Brocher 2017 in Wien uraufgeführt wurde."

"Der neue Schauspielleiter Markus Löchner hat sich dem märchenhaften Stoff, der historische Fakten, fiktive Erzählungen, Shakespeare-Zitate, scharfsinnige und -züngige Dialoge, Tanz und Gesang mitreißend verbindet, in seiner ersten Inszenierung mit zahlreichen neuen Ensemblemitgliedern sehr liebevoll bis in kleinste Details gewidmet."

"Der vielversprechende junge Dichter Will Shakespeare – mit facettenreichem, beweglichem Spiel David Meyer – hat Geldnöte und eine Schreibblockade. Sein Freund und Dichterkollege Christopher Marlowe, brillant und mit schöner Singstimme Arthur Molin, hilft ihm auf die Sprünge. Eine turbulente Verwechslungskomödie bringt ihn mit Viola de Lesseps (natürlich, frisch und spritzig Johanna Miller) zusammen, die dem Adligen Wessex, herrlich blasiert Bernhard Meindl, versprochen ist. Sie wird Shakespeares große Liebe und auch die Inspiration für „Romeo und Julia“. Das Stück entsteht quasi aus dem Stegreif auf der Bühne. Das Überschreiten der Konventionen ruft die pragmatische Königin Elisabeth I. (wandelbar, agil und gesangsstark Lilian Huynen in einer Doppelrolle) auf den Plan."

Uta Volz

"Badische Neueste Nachrichten"

"Ethel. Wie klingt das schon? Zwei konkurrierenden Theaterbetreibern hat der mittellose Will ein Stück mit dem obskuren Titel „Romeo und Ethel, die Piratentochter“ angeboten. Jetzt leidet er an einer Schreibblockade. Großzügig wirft ihm Kollege Marlowe in wenigen Worten die Grundzüge zu „Romeo und Julia“ zu.

Ein findiger Trick, mit dem Tom Stoppard der seit Jahrhunderten ausdauernden Debatte über die wahre Urheberschaft von Shakespeares Werken eine interessante Wendung und „Shakespeare in Love“ dramaturgischen Zunder gibt. Bereits in seinem Erstling über die „Hamlet“-Sidekicks „Rosenkrantz und Güldenstern“ hatte der britische Dramatiker mit derartigen theatralischen Scharaden jongliert. 1998 schlug sein gemeinsam mit Marc Norman verfasstes Drehbuch nochmals den Bogen zu Shakespeare: „Shakespeare in Love“ wurde mit Oscars überhäuft, drängte 2014 in London auf die Bühne und erlebte 2017 in Wien seine deutschsprachige Erstaufführung. Eine Geschichte über Liebe, doch mehr noch über das Theater und den Theaterbetrieb, Verwirrung der Geschlechter und Exzesse in einer von einer schrulligen Queen regierten Epoche. Mit majestätischer Haltung und Allüre löst Lilian Huynen als Elisabeth I. das Spiel aus Schein und Wirklichkeit auf. Mit dem Geist des ermordeten Marlowe entwirft Will gleich ein neues Stück, in dem jene Viola, in die er sich hoffnungslos verliebt hat, erneut in Männerkleidern auftreten wird."

"Wegen Viola de Lesseps vergisst er Frau und Kinder in Stratford, wird vom törichten Stotterer zum schwärmerischen Liebhaber, dem die Metaphern von den Lippen fließen. Die kurz vor ihrer Vermählung stehende Adelige drängt es zum Theater. Da die Bühne für Frauen tabu war, geht sie in Männerkleidern zum Vorsprechen - und wird genommen."

"Nach gemeinsamer Liebesnacht meint sie den Hahn, er dagegen die Eule zu hören. In „Romeo und Julia“ klingen Nachtigall und Lerche doch wesentlich poetischer. Anspielungen und Zitate, eine pfiffige Verblendung von Fiktion und Wahrheit und eine springlebendige Handlung: Eigentlich perfekt für eine Spielzeiteröffnung, die das neu aufgestellte Ensemble in seiner Breite präsentieren will. "

Nikolaus Schmidt