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"Menschen im Hotel" - Pressestimmen

Pforzheimer Zeitung

Montag, 23. September 2019

"In „Bruchstücken“, wie es der Portier Senf nennt, führt das Schauspiel dem Publikum die Charaktere und Schicksale jener „Menschen im Hotel“ vor Augen. Dass sich aus den einzelnen Versatzstücken dennoch packende Handlungsbögen spannen, ist die kunstreiche Dramaturgie, die Vicki Baums großartigem Werk innewohnt."

"Es wird viel gesungen. Vor allem wunderschöne Schmonzetten der 1920er-Jahre wie „Es ist so schön, am Abend bummeln zu gehen“ oder „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ von Paul Abraham werden dargeboten."

"Spielort in der Pforzheimer Inszenierung ist die Halle des Grand Hotels mit noblen weißen Paneelen und blitzblanken Messingleuchtern. Hinten im Fluchtpunkt des Bühnenbilds schaut man auf eine Galerie, wo sich die Szenen aus dem Inneren der Hotelzimmer abspielen. Das ermöglicht effektvoll Gleichzeitigkeit auf der Bühne."

"Der Roman „Menschen im Hotel“ von Vicki Baum war Ende der goldenen Zwanzigerjahre ein Bestseller. Auch das von Vicky Baum selbst verfasste Theaterstück, das unter Regie von Gustaf Gründgens 1930 in Berlin uraufgeführt wurde sowie die Verfilmungen, eine davon mit Greta Garbo, waren Welterfolge. Dass Leute aus ihrem bürgerlichen Dasein rausgehauen werden, dabei sich aber im Selbstbetrug mit mehr Schein als Sein einzurichten versuchen, das faszinierte damals Kulturbetrieb und Konsumenten."

Sven Scherz-Schade

Badische Neueste Nachrichten

Montag, 23. September 2019

"Hastig schlürfen sie den Champagner und wagen fern des Alltags und animiert von der Aura des Hotels kühne Grenzüberschreitungen, erfasst von einer verzweifelten Gier und der „kleinen Sehnsucht“ zum Glücklichsein und der Zuversicht, dass es „irgendwo auf der Welt“ ein kleines bisschen Glück gibt."

"In ihrer Inszenierung des vor 90 Jahren erschienenen und bald darauf in einer Schauspielfassung auf die Bühne gelangten Romans „Menschen im Hotel“ von Vicki Baum reichert Caro Thun die aus Bruchstücken zusammengesetzten Biografien mit Operetten- und Filmschlagern der Zeit an, sacharinsüßen Zeilen, die oftmals nur angetippt, die Hotelgäste in einen Strudel aus Sentimentalität und Draufgängertum schleudern."

"Mit stoischer Gelassenheit dirigiert Markus Löchner die Ereignisse, wurschtelt sich als Telegrammbote durch die Drehtür, geht als Portier rechtzeitig auf Tauchstation und weiß, „was hinter den Türen des Lebens geschieht“, denn „Liebe und Glück sind nur ein Traum“, wie es Paul Abraham im bittersüßen „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“ formuliert – der Komponist, der, anders als die auch in den USA erfolgreiche Schriftstellerin, im amerikanischen Exil den Verstand verlor."

Nikolaus Schmidt