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"Bella Figura" - Pressestimmen

"Pforzheimer Zeitung"

Mo, 4. November 2019

"Als amüsante Gesellschaftskomödie mit bedrückend nachdenklichen Momenten hat das Theater Pforzheim das Schauspiel von Yasmina Reza auf die Bühne gebracht."

"Es gehört allerdings zum Kniff des Stücks, dass keiner seinen wahren Charakter zeigen mag, sondern „Bella Figura“ macht, sprich eine möglichst gute Figur abgeben will.
Die französische Autorin Yasmina Reza, die mit ihren Theaterstücken „Kunst“ und „Der Gott des Gemetzels“ internationale Riesenerfolge feierte, hat mit dem 2015 in Berlin uraufgeführtem „Bella Figura“ eine psychologische Gesellschaftskomödie geschrieben, in der es keine Haupt- oder Nebenrollen gibt."

"Pfiffig nutzt die Pforzheimer Produktion den Bühnenraum. Der offene Orchestergraben wird zum Gartenteich mit quakenden Fröschen. Dahinter setzen sich die fünf zum Aperitif auf die Restaurantterrasse, in Lounge-Sitzsäcke, in denen es vor allem der Seniorin schwerfällt, Haltung zu bewahren"

"Impulskontrollverlust wird das in der Psychologie genannt, wenn Menschen ausrasten, in Wutattacken, Heulanfälle oder anderes abdriften. Das Stück ist vollgepackt mit solchen Szenen. Diese glaubwürdig rüberzubringen, braucht dramaturgisch gutes Timing und ist schauspielerische Höchstleistung. In der Pforzheimer Premiere wurde solide und verlässlich gespielt."

Sven Scherz-Schade

"Badische Neueste Nachrichten"

Mo, 4. November 2019

"„Warum erzählst Du das alles?“, fragt die merklich genervte Andrea, und mit ihr der Zuschauer der Komödie „Bella Figura“, in der Yasmina Reza wieder einmal unter oberflächlichem Geplänkel der Frage nachgeht, was die Menschen antreibt. Für ihr seit einem Vierteljahrhundert erfolgreichen Stück „Kunst“ wurde die Französin, ebenso wie für den „Gott des Gemetzels“, als Retterin des modernen Boulevardtheaters gefeiert.

"Andrea dagegen genießt jeden Moment, hat sie sich doch sündhaft teure High Heels von Louboutin gekauft. Elisabeth-Marie Leistikow sprüht vor Vitalität und Elan, ist in jeder Geste so spritzig, wie der Champagner, den sie sich so gerne nachgießt, räkelt sich im Schlampenfummel und streckt ihre langen Beine offenherzig in alle Richtungen von Giovanni de Paulis weiträumig heller Bühne, mit warmherziger Natürlichkeit und der Verzweiflung einer Frau, der alle Wohlanständigkeit zum Hals heraushängt."

"Hametner lässt die drei am Ende wie schwebende himmlische Wesen erscheinen, die Andrea und Boris ein Stück Weges begleiteten. Dass die beiden, kurz nachdem Boris Andrea androhte „Ich hau dir eine rein“, am Meer spazieren gehen, darf bezweifelt werden, auch wenn Charles Trenet schwebendes Chanson „La mer“ dazu erklingt."

Nikolaus Schmidt