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"Rigoletto" - Pressestimmen

Pforzheimer Zeitung

Montag, 16. September 2019

"In Verdis Meisterwerk „Rigoletto“ herrscht Staatsterror und das von Jörg Brombacher entworfene Bühnenbild macht das über drei kurzweilige Akte hinweg in zweieinhalb Stunden Aufführungsdauer allgegenwärtig. Das Theater Pforzheim hat mit diesem „Rigoletto“ eine durchweg gelungene Premiere hingelegt."

"Mit Insu Hwang war die Hauptrolle ideal besetzt. Vor allem in der mittleren Stimmlage klang sein Bariton kräftig und dicht mit viel Gestaltungsspielraum für die großen Gefühlswechsel vom spöttischen Hofnarren zum besorgten Vater. "

"Ensemblemitglied Elisandra Melián interpretiert die Gilda herzallerliebst, singt mit klarem, hellem Sopran „engelgleich“, wie es im Libretto heißt. Für die Arie „Caro nome“ gab es denn auch begeisterten spontanen Szenenapplaus. Dass Elisandra Melián auch in den sehr hohen Lagen mühelos liebevoll und weich gestalten kann, macht sie zu einem Juwel der Pforzheimer Opernstimmen."

"Energisch gibt Tenor Konstantinos Klironomos den Herzog. Von allen Zombies wirkt er mit langer Haarpracht, offenem Hemd und wallendem Mantel noch ganz vital. Seinen Gassenhauer „La donna è mobile“ – dass „Weiberherzen so trügerisch“ seien – singt er als torkelnder Betrunkener, schauspielerisch wie stimmlich übermütig."


"Verdis Musiktheater ist einfach großartig, was sich an diesem Premierenabend bestens erleben ließ. Als klangsicherer Begleiter erwies sich dabei die Badische Philharmonie Pforzheim unter musikalischer Leitung von Florian Ertl, der alles gut zusammen hielt, sowohl bei Chor, Duo und Quartett."

"Unter der Regie von Thomas Münstermann erhielten die Sängerinnen und Sänger auch gute Bedingungen, um sich musikalisch zu entfalten. Die Solisten etwa boten ihre Arien hauptsächlich am vorderen Bühnenrand dar, mit vielen Einfällen an Posen und Bewegung."

Sven Scherz-Schade
 

Badische Neueste Nachrichten

Montag, 16. September 2019

"Nur knapp zehn Jahre nach der letzten Produktion bringt Intendant Thomas Münstermann die erste Oper aus Giuseppe Verdis „Trilogia populare“ in starken Bildern über Verführung und Mitläufertum neuerlich auf die Bühne des Pforzheimer Theaters."

"Vor Assoziationen zu den berühmten Fresken des Palasts in Mantua hat ihm Jörg Brombacher ein handbetriebenes, über eine kreisförmig ansteigende Rampe bespielbares Mahlwerk aus Holz als Symbol des verbrecherischen Treibens ins Zentrum gestellt. Eine von der Art Maschinen, an denen Leonardo da Vinci auf seinem Alterssitz an der Loire herumtüftelte, wohin ihn Franz I. eingeladen hatte."

"So eng wie Fiktion und Wirklichkeit in Mantua beisammen liegen, wo gegenüber des Palastes heute noch das angebliche Haus des Rigoletto zu sehen ist, durchdringen sich in Münstermanns bildmächtiger Inszenierung Spiel und Realität, werfen die Höflinge ihre Frauenkostüme ab und zeigen sich als entstellte Krieger, packt auch Rigoletto seinen Buckel und seine Fratze in den Koffer, bevor er als der einzige nicht Entstellte nach Hause geht."

"Die Lichtgestalt bleibt die unschuldige Gilda, die zum bislang größten Erfolg der Elisandra Melián wurde, die ihren schmalen, dennoch tragfähigen Sopran koloraturgewandt einsetzte und in „Caro nome“ mit Wäre und Ausdruck die Wandlung vom unschuldigen Mädchen zur jungen Liebenden vollzog."

"Rasch und zuverlässig agierte Florian Erdl mit den Sängern, entfachte mit der Badischen Philharmonie darüber hinaus genügend Leidenschaft für die dramatischen Steigerungen der Oper, die am Ende mit Jubel für den gelungenen Spielzeitstart gefeiert wurde."

Nikolaus Schmidt 

Mühlacker Tagblatt

Di, 17.9.2019

"Im Theater Pforzheim hätte die Oper nun aber „Gilda“ heißen müssen. Denn Elisandra Melián in der Rolle von Rigolettos Tochter feierte am Premierenabend Triumphe. Sie überzeugte sowohl stimmlich als auch im Spiel und war die wahre Titelheldin."

"Nicht nur praktikabel, sondern auch originell war das Bühnenbild von Jörg Brombacher. Im Mittelpunkt stand ein mehrstockiges, durch einen Rundgang erschlossenes, an ein Karussell erinnerndes, sich auch drehendes Gebilde, auf dem sich im Wesentlichen die Handlung abspielte."

"Sowohl was die auch optisch eindrucksvolle Führung der Choristen als auch die musikdramatisch gekonnte der Solisten betraf, sorgte Thomas Münstermann zum einen für eine stimmende Interpretation der Geschichte, zum anderen aber auch für Spannung."

"Florian Erdl dirigierte die Badische Philharmonie Pforzheim nuancenreich und arbeitete mit seiner enthusiasmierenden Leitung die schroffen Gegensätze, von denen das Werk lebt, kongenial heraus. Er brachte die lyrischen Stellen der Komposition ebenso einfühlsam zum Klingen wie die dramatischen zum Leuchten. Damit empfahl sich der kommissarische Pforzheimer Generalmusikdirektor für höhere Aufgaben am Ort."

"Gleiches gilt für Elisandra Melián – an einem größeren Haus. Denn auch dort hätte das von ihr als Gilda Gebotene einer Aufführung zur Ehre gereicht. Und das nicht nur in stimmlicher Hinsicht, mit den glockenreinen, ebenso lyrisch empfundenen wie dramatisch gestalteten Tönen ihres hellen Soprans, sondern ebenso mit ihrem ausdrucksstarken, mädchenhaften, glaubhaften Spiel. Ihr gebührte die Krone des Abends."

Dieter Schnabel