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"Die verkaufte Braut" - Pressestimmen

"Pforzheimer Zeitung"

Montag, 18. November 2019

"Die Komödianten sind im Dorf. Sie sind nicht am Rand, sondern mittendrin. Sie gehören dazu, denn letztlich sind alle Komödianten und spielen Komödie in der folkloristisch getönten, komischen Oper „Die verkaufte Braut“ von Bedřich Smetana, deren leichtfüßige und kurzweilige Inszenierung von Gregor Horres bei der Premiere im Theater Pforzheim vom Publikum viel Beifall erhielt."

"Horres setzt auf eine präzise geführte Personenregie, fast Choreografie. Damit wird die Oper zum handlungsreichen Schauspiel.
Die musikalische Interpretation (Leitung Florian Erdl) machte den Opernabend zum Erlebnis. Die konzentriert und differenziert aufspielende Badische Philharmonie (Extra-Applaus), der sängerisch und darstellerisch stark geforderte und seinen Aufgaben bestens gewachsene Chor mit Extrachor (Leitung Alexandros Diamantis), die auf Augenhöhe singenden und agierenden Solistinnen und Solisten boten eine überzeugende harmonische Gesamtleistung."

"Herausragend Stamatia Gerothanasi mit ihrem glänzenden, klaren Sopran als temperamentvolle Marie und der kraftvolle Tenor Dirk Konnerth (Gast) als selbstbewusster Hans. Der Heldentenor Benjamin Werth meisterte den Stotterpart des Wenzel bravourös und verlieh dem Außenseiter sympathisch-melancholische Züge."

Uta Volz

"Badische Neueste Nachrichten"

Montag, 18. November 2019

"Smetanas Librettist, der als revolutionärer Patriot zunächst 1853 zum Tode, dann zu Zuchthaus verurteilte Karel Sabina folgt Shakespeares Diktum, die ganze Welt sei eine Bühne, wenn er den Direktor einer auftretenden Komödiantentruppe behaupten lässt, die Menschen sind, „ja doch alle Komödianten durch und durch.
Und der Unterschied ist, dass sie die Komödie nur selten so gut spielen wie wir im Kostüm“."

"Regisseur Horres lässt sich auf das Spiel zwischen der nicht grundlos mauligen Marie und den beiden Halbbrüdern Hans und Wenzel ein, dem smarten Jongleur seines Glücks und dem schüchternen Stotterer. Vor dem Hintergrund der Bierhumpen stemmenden Dörfler gerät das Porträt des stotternden Wenzel, den seine Eltern durch Vermittlung Kecals mit Marie verheiraten wollen, durch das feinsinnige Spiel Benjamin Werths und seinen höhensicher zielgrade strahlenden Charaktertenor ausgesprochen liebeswert und charmant."

"Ausgesprochen geschmackvoll geriet Horres der Auftritt der Komödianten mit Steffen Fichtner als Direktor und Helena Steiner als Tänzerin Esmeralda, nach dem man dem aus dem Kostüm des Zirkus-Bären hüpfenden Wenzel dringend die Flucht in die Stadt wünscht."

Nikolaus Schmidt

"Mühlacker Tagblatt"

Montag, 18. November 2019

"Der Regisseur Gregor Horres inszeniert ein buntes Treiben, indem er die Sänger-Darsteller komödiantisch spielen lässt."

"Nicht zu übersehen sind bei diesem Spiel, ...., aber vor allem die tragikomischen Züge der Geschichte. Das liegt nicht zuletzt an der musikdramatischcen Gestaltung der Titelrolle durch Stamatia Gerothanasi. In ihrer (schau-)spielerisch kongenialen Darstellung der Marie kommen immer wieder die Zweifel an ihrem Stellenwert als doch angeblich verkaufte Braut zum Vorschein. Dazu wartet die Sopranistin stimmlich mehr mit einer jugendlich-dramatischen denn ausgesprochen lyrischen Interpretation ihrer Aufgabe auf, was die tragikomschen Züge des Ganzen im Allgemeinen und des Charakters der wohl selbstbewussten, aber auch unsicheren Marie im Besonderen unterstreicht."

"Als Dirigent setzt Florian Erdl mit der Badischen Philharmonie Pforzheim in erster Linie auf Dramatik, ohne aber dabei das heiter Beschwingte und das melodienreich Volkstümliche der Komposition zu vernachlässigen."

Dieter Schnabel