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Pforzheimer Zeitung

Dienstag, 27. Dezember 2016

Ein kleines Abenteuer hautnah miterleben durften am Freitagabend 25 Kinder und ihre Eltern im Stadttheater. Dort hat das Stück „Zwerge versetzen oder: Der Goldschatz am Ende des Regenbogens“ Premiere gefeiert. Spannung erzeugte schon der Weg zum Saal, lagen doch überall in den Gängen des Theaters kleine Goldmünzen verstreut. Um Gold ging es dann auch in der Aufführung, besser gesagt um einen ganzen Schatz. Die junge Mimmie, gespielt von Theresa Martini, lebt mit ihrem Opa, gespielt von Klaus Geber, in ärmlichen Verhältnissen in einer Hütte in Irland. Die beiden haben nur eine magere Kuh, zu essen gibt es jeden Tag Kartoffeln. Mimmie träumt von einem besseren Leben mit ihrem Opa.

Der Großvater erzählt Mimmie von einem Märchen: Auf einer Insel in der Nähe soll ein fieser Zwerg, gespielt von Fredi Noël, wohnen, der einen Goldschatz bewacht. Das Problem an der Geschichte: Der Zwerg gilt als unbesiegbar.

Das hält die kleine Mimmie nicht auf, könnte der Goldschatz doch all ihre Probleme lösen und ihr das gewünschte Leben ermöglichen. Sie überredet den Opa, nach dem Schatz zu suchen, und gemeinsam machen sie sich auf den Weg. Einen Schatz finden die beiden auf der Insel nicht, nur eine kleine Flasche mit Holunderbeerensaft, die sich auf magische Weise immer wieder von selbst füllt. Zu Hause angekommen, erwartet die beiden eine Überraschung: Ihre einzige magere Kuh ist wieder gesund und hat ein Kälbchen bekommen, im Hof picken ein paar Hühner und im Stall wartet ein Schwein. Und die Moral von der Geschichte? Die zeigte das „Mutmacherlied“, das Schauspieler und Kinder am Ende gemeinsam sangen: „Manchmal muss man einfach etwas wagen, Hauptsache man tut’s.“

Pforzheimer Kurier

Dienstag, 27. Dezember 2016

Nicht im Podium, auch nicht, wie angekündigt, im Foyer kam es am Freitagabend zur Premiere von „Zwerge versetzen – Der Goldschatz am Ende des Regenbogens“. Schoko-Goldmünzen und Kleeblätter führten die Besucher durch verwinkelte Gänge in einen Probenraum im Obergeschoss. Ein paar Stühle für die Erwachsenen, viele bunte Sitzkissen für die Kinder, dazu nur wenige, aber schön gestaltete, Requisiten, ein warmes Licht und der Einstieg war perfekt gelungen. In dem Stück für Kinder ab fünf Jahren geht es um ein irisches Märchen, wonach am Ende des Regenbogens ein Goldschatz wartet, der allerdings von einem Zwerg bewacht wird.

Mimmi (Theresa Martini) lebt mit ihrem Großvater (Klaus Geber) mehr schlecht denn recht in Irland und kennt die alten Geschichten. Als eines Tages ein Regenbogen auf eine Insel deutet, überredet Mimmi den Großvater, mit ihr den Schatz zu holen. Doch es gilt, zuvor den Zwerg zu besiegen. Dieser Zwerg, den nur Kinder sehen können, auch Leprechaun genannt, wird von Fredi Noël dargestellt, als irischer Sturkopf. Und da Zwerge unbesiegbar sind, muss Mimmi ihn überlisten, um an den Schatz zu gelangen. Mimmi ist nicht nur mutig, sie ist auch schlau. Doch noch listiger ist ein Leprechaun.

So wird es am Ende nichts mit der Kiste voll Gold, doch Mimmi hat mit dem Großvater etwas gelernt, es kommt darauf an mit Mut die Dinge zu verändern: „Zusammen können wir Berge versetzen und Zwerge besiegen.“ Und weil es ein Märchen ist und der Zwerg wohl doch ein gutes Herz hat, gibt es für die beiden, bei ihrer Rückkehr in die Hütte, doch noch eine schöne Überraschung. Die Inszenierung von Robert Basta kommt ohne Klamauk aus und hat stattdessen Humor, Poesie und viel Herz. Mit diversen Instrumenten wird die passende Stimmung erzeugt, Kinder werden mit einbezogen und zusammen wird am Ende des 50-minütigen Stückes gesungen. 

Mühlacker Tagblatt

Samstag, 31. Dezember 2016

Manchmal muss man nicht mal Berge versetzen, da genügt es, Zwerge zu versetzen. Oder war es umgekehrt ? Wie auch immer, jedenfalls bekommen auch die Kinder zum Jubiläumsjahr „250 Jahre Goldstadt“ ihr golden glänzendes Thema auf dem Silbertablett des Stadttheaters Pforzheim serviert.

Kinder lieben Abenteuer, wie man weiß. Ein solches darf die Schar kleiner Theaterbesucher gleich noch vor dem Beginn der Premiere „Zwerge versetzen oder: Der Goldschatz am Ende des Regenbogens“ bestehen, weil das Stück ausnahmsweise nicht im Foyer, sondern im Proberaum des Orchesters über die Bühne geht. Schon auf dem Weg durch die verschlungenen Pfade des Stadttheaters wissen die Expeditions-Teilnehmer, dass sie auf der richtigen Spur sind: Schokoladen-Goldtaler säumen den Weg. Doch ohne Aufforderung traut sich niemand, das Gold auch nur anzufassen, schließlich könnte der Zwerg in der Nähe sein. Und wer schon „Leprechaun“ heißt . . . Auch Mimmie findet den Namen komisch. Über den irischen Zwerg, der tatsächlich auf der sogenannten „grünen Insel“ allgegenwärtig ist, rätselt sie noch, während sie ihrem Opa matschige Kartoffeln in der kargen Hütte vorsetzt. Wieder einmal. Ihr wäre ein Swimmingpool und „Lasagne-Salagne“ lieber. „Bald sehen wir selbst aus wie runzlige Kartoffeln“, klagt sie und lässt sich von den kleinen Besuchern begutachten.

Die sind dem Stück deshalb ganz nahe, weil das „Junge Theater Pforzheim“ mit Klaus Geber als Opa, Theresa Martini als Mimmie und Fredi Noël als Zwerg mitsamt den mobilen Requisiten auf einer Ebene mit den Kindern agiert. Da fiebern die Kinder und sogar ihre erwachsenen Begleitpersonen – insgesamt 80 Zuschauer – noch mal so viel mit, als Mimmie beschließt, ihren Opa dazu zu überreden, mit dem Boot zur Insel überzusetzen, wo das Ende des Regenbogens ist. Denn dort soll auch der Goldschatz versteckt sein. Einzige Hürde: Man muss an dem Zwerg „Leprechaun“ vorbei.

Den Goldschatz aber könnten die arme Mimmie und ihr hungernder Opa dringend brauchen. Komisch: Da liegt ja nur Treibholz auf der Insel herum ? Reingefallen: Der „Leprechaun“ kann nämlich auch aussehen wie ein Stück Holz und zeigt sich dann auf einmal keckernd und mit seinem ganzen Hausrat auf dem Rücken toll herumhüpfend. Aber nur Kinder und andere Zwerge können ihn sehen. Und so wedelt der Opa seine Backpfeifen ziemlich leer in der Luft herum. Derweil verhandelt Mimmie und überredet den Zwerg, nachzuschauen, was am anderen Ende des Regenbogens ist: Freiheit, Spiele, Drachen steigen lassen zum Beispiel. Das klingt besser, als die ganze Zeit einen Schatz zu bewachen, und dafür lässt sich der „Leprechaun“ dann auch gern besiegen.

Aber: An der Stelle, wo der Schatz sein soll, finden Mimmie und Opa lediglich eine leere Flasche. Ups, die füllt sich mit Holundersaft, und zwar jedes Mal, wenn man sie leer trinkt. Besser als nichts, und so rudern beide wieder zufrieden nach Hause. Dort erwartet sie erst der wahre Schatz: Die Kuh hat ein Kälbchen bekommen, hinter dem Haus grunzt ein Schwein und picken Hühner, wo vorher keine waren. Ein „Leprechaun“ kann halt doch mehr als ein Gartenzwerg, der „nur“ auf die Blumen aufpasst.

 Und die Moral von der Geschicht’ ? Nicht immer ist ein Schatz aus Gold. Und was noch ? „Manchmal muss man einen Drachen hauen. Manchmal muss man sich was Großes trauen“, singen alle zum Abschluss. Refrain: „Hauptsache man tut’s.“