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"Ginpuin" - Pressestimmen

Pforzheimer Zeitung

Montag, 24. Dezember 2018

(...) Der kleine Pinguin sieht aus wie alle anderen, er bewegt sich wie sie, verbeugt sich wie sie und isst Fisch wie sie. Aber wenn er den Schnabel aufmacht, ist er ganz anders: Bei ihm tanzen die Worte und verdrehen sich von selbst. Die anderen Pinguine geben ihm den Spottnamen „Ginpuin“ und wollen nichts mehr von ihm wissen. Ginpuin muss eine weite Reise machen, um zu lernen, dass jedes Wesen mit seinen Eigenarten einzigartig ist und das, was die einen ablehnen, woanders Anerkennung als etwas ganz Besonderes findet. Und die anderen Pinguine merken, dass ohne das Besondere ihre Welt weit weniger bunt ist. Der freischaffende Regisseur Marek Bednarsky hat das Stück für Kinder ab fünf Jahren von Winnie Karnofka, frei nach dem Bilderbuch von Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson, für das Junge Theater Pforzheim im Podium inszeniert und zeichnet auch für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich.

(...) Entstanden ist ein unterhaltsames Stück, in dem der lehrreiche Inhalt bunt und ansprechend verpackt ist und der kindlichen Fantasie viel Raum lässt. Mit wenigen, einprägsamen Requisiten und einer behutsamen Lichtregie werden die unterschiedlichen Orte der Handlung angedeutet, die verschiedenen Wesen durch eindeutig charakterisierende Kostüme kenntlich gemacht.

Anne-Kathrin Lipps spielt den Ginpuin, der unbefangen und freundlich auf alle anderen Wesen zugeht. Sie bringt die positive und optimistische Grundeinstellung des kleinen Pinguins sehr gut herüber. Thiele und Jens Peter sind die anderen Pinguine, die ihre Gruppenrituale mit komischer Ernsthaftigkeit pflegen. Katja Thiele verkörpert außerdem die ungleichen, aber engen Freunde Albatros und Möwe (als Handpuppen) sowie einen der beiden sportbegeisterten Brüllaffen, durch die Ginpuin lernt, dass er etwas Besonderes ist. Viel darstellerische Farbe und sprachliche Kontur gibt Jens Peter neben Pinguin und Brüllaffe seinen beiden anderen Figuren, dem sächselnden Polarforscher und dem raubeinigen Käpt’n Otto.

Das junge Publikum verfolgte die Premiere konzentriert und spendete viel Beifall. Die Mobile Produktion kann auch von Kitas und Grundschulen gebucht werden. 

Badische Neueste Nachrichten

Montag, 24. Dezember 2018

Das rund 45 Minuten dauernde Kinderstück „Ginpuin“, das am Samstagabend zur Premiere im Theater Pforzheim zahlreiche Besucher anzog, ist eine Geschichte über Ausgrenzung, Mut und Weltoffenheit. In dem von Regisseur Marek Bednarsky inszenieren Stück treffen die äußerst traditionsbewussten Pinguine am Südpol auf einen Neuankömmling. Erweist sich dieser bei der genauen Überprüfung von Watschelfähigkeit und Aussehen noch als erfreulich massenkompatibel, verfinstert sich die Mine der Pinguine, als der Neue zu sprechen beginnt. Bei ihm tanzen die Buchstaben, wodurch beispielsweise aus der Eisscholle, die Scheisolle wird. „Du bist nicht wie wir, weil du anders bist!“, schimpfen die Pinguine, verpassen ihm den Spottnamen „Ginpuin“ und lassen ihn alleine zurück. Sich seines Sprachfehlers nicht bewusst, beschließt der ansonsten fröhliche und aufgeweckte Ginpuin, verwirrt und ein wenig traurig: „Ich rache eine Meise“. Auf seiner Reise trifft er zahlreiche Menschen und Tiere, die Wesenszüge in sich vereinen wie man sie zuweilen auch im echten Leben findet. (...)

Auf dem Schiff „Schwarze Betty“, trifft Ginpuin den zunächst etwas ruppig wirkenden Kapitän Otto, der sich jedoch als sehr weichherzig erweist und ihn mit seinem Schiff an das „andere Ende der Welt“ bringt. Dort trifft er zwei Brüllaffen, die leidenschaftlich gerne und nicht minder lautstark Boxen und Power-Yoga praktizieren. Während sich Ginpuin hierbei noch nicht als besonders geschickt herausstellt, erweist er sich beim „Buchstaben-Fight“ als wahrer Meister. Für seine Fähigkeit Buchstaben zu verdrehen, erntet er bei den Affen große Anerkennung und Bewunderung. Als das Heimweh immer größer wird, bringt Kapitän Otto Ginpuin wieder nach Hause, wo er von den anderen Pinguinen, die sich Vorwürfe wegen ihres Verhaltens gemacht haben, bereits sehnsüchtig erwartet wird.

Das Stück zeigt, dass wir alle bunt und einzigartig sind. Auch wenn Menschen dazu neigen, allem was nicht der Norm entspricht und fremd ist, zunächst mit Ablehnung zu begegnen, lohnt es sich doch offen und freundlich auf andere zuzugehen. Denn was der Eine ablehnt, kann bei jemand anderem Anerkennung und Bewunderung hervorrufen. Die drei Schauspieler machen ihre Sache hervorragend. Anne-Kathrin Lipps spielt den kleinen Ginpuin wunderbar unbekümmert, während Katja Thiele und Jens Peter ihre bis zu vier verschiedenen Rollen, allesamt sympathisch und glaubwürdig verkörpern.