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Pforzheimer Zeitung

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Im Einklang mit sich selbst und seinen Fähigkeiten zu sein, ist oftmals gar nicht so einfach und gleichzeitig der Schlüssel zum Glück. Diese Botschaft vermittelt das Kindertheaterstück „FlussPferde“ der finnischen Autorin Anneli Mäkelä, das (...) seine Premiere mit einem begeisterten Publikum im Podium des Pforzheimer Stadttheaters feierte.

Die Inszenierung von Robert Besta bedarf nicht viel, um die äußerst rührende Geschichte von zwei durch und durch verschiedenen Pferden zu erzählen. Als Kulisse dient dabei ein Teppich, ausgestattet mit saftigen Graskissen, als grüne Flusslandschaft. Darauf macht sich Mira Huber in der Rolle eines Flusspferdes breit und besingt freudig ihr Fett in Form einer überdimensionalen Hose, das sie auf dem Wasser treiben lässt. Doch kaum hat sie es sich richtig gemütlich gemacht, bringt der Auftritt des Dressurpferdes, gespielt von Steffi Baur, ihr Leben durcheinander. Mit einem langen Pferdeschwanz und eng anliegenden Röcken vollführt der Neuankömmling Seilsprünge und tanzt. Der Regieassistent Thorsten Klein begleitet dabei die zahlreichen Gesangseinlagen und Stimmungen am Klavier.

Die jungen Schauspielerinnen, die seit dieser Spielzeit zum festen Ensemble des Stadttheaters gehören, erobern im Flug die Herzen der zuschauenden Kinder. Doch in ihren Rollen kommen beide schnell ins Zweifeln, ob nicht der andere mit seinen Talenten das bessere Pferd ist. Daraufhin versuchen sie, sich zu verändern und die Eigenschaften des anderen anzueignen. Doch am Ende stellen beide fest, dass man am meisten Spaß miteinander haben kann, wenn jeder sich selbst treu bleibt. Von diesem Fazit ist auch das erwachsene Publikum bewegt und spendet viel Beifall. Im Februar wird das 45-minütige Stück an sechs Terminen im Stadttheater aufgeführt. Durch das einfache Bühnenbild ist die Produktion außerdem mobil und kommt auf Wunsch auch direkt in Kindergärten und Grundschulen. (...)

Pforzheimer Kurier

Mittwoch, 27. Dezember 2017

„Flusspferde“ sind los im Theater. Am Samstagabend hatte das gleichnamige Stück von Anneli Mäkelä im Podium Premiere. Es ist rein für Kinder gedacht. Das junge Publikum kann dabei erleben, wie gut es ist, unterschiedlich zu sein, und dabei vielleicht auch bemerken, dass Gleichmacherei meistens Probleme schafft.

Mira Huber spielt das Flusspferd, das behäbig, rund und selbstzufrieden am Fluss lebt, bis das Pferd, gespielt von Steffi Baur, mit Tempo und Schwung in sein Leben einbricht. Es entbrennt ein Streit, wer denn das „wirkliche“ Pferd sei und welche Eigenschaften dazu gehören. Das Pferd hüpft und springt und tanzt, und das Flusspferd bestaunt all das, und wird nach einiger Zeit traurig, weil es das nicht kann. (...)

Das Pferd macht sich über den runden Körper, die dicken Beine und den kurzen Hals des Flusspferds lustig, als dieses aber im Wasser verschwindet und längere Zeit nicht auftaucht, möchte es auch schwimmen können.

Jedes der Tiere möchte so die Fähigkeiten des anderen erwerben. Dazu muss das Pferd fressen, und das Flusspferd muss abnehmen, um tanzen zu können. Es kommt so, wie es kommen muss, beide geraten in Gefahr und können sich nur mit vereinten Kräften aus dem Fluss retten.

Unter der Regie und im Bühnenbild von Robert Besta verkörpern die beiden Damen die Tiere in den Kostümen von Mareen Wölbl sehr schön. Das Flusspferd hat ein lustiges Outfit, eine gewaltige, große Hose, die bei der Schlankheitskur einfach abgelegt wird. Das Pferd frisst die herumliegenden Grasbüschel, und stopft sie sich in das Kleid, um das Dicksein zu demonstrieren. Auf der kleinen Bühne fließt in der Mitte der Fluss, und seitlich links sitzt Thorsten Klein am Klavier und begleitet die beiden mit sehr gut gewählter Musik und einigen Kinderliedern. Das Publikum feierte die Darsteller und das Regieteam mit viel Beifall.