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"Barbie, schieß' doch!!!" - Pressestimmen

"Pforzheimer Zeitung"

Samstag, 19. Oktober 2019

"Und so dauert es nicht lange, bis sich auf der Bühne des Stadttheaters in Sascha Meys Inszenierung von Sebastian Seidels Jugendstück „Barbie, schieß doch!!!“ eine handfeste Auseinandersetzung entwickelt: über die richtige Erziehung von Kindern, über zu hohen Erwartungsdruck und über die Frage, wie viel Leistung man in jungen Jahren bringen kann."

"Am Spielfeldrand diskutieren zwei Charaktere miteinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Bernd (gespielt von Alexander Doderer) ist der Vertreter des Leistungsprinzips. Einer, der alles besser weiß und sich jeden Tag im Familienbetrieb den Arsch aufreißt, während seine Gattin sich denselben in der Stadtverwaltung plattsitzt. Behauptet er zumindest. Claudia (Myriam Rossbach) ist das genaue Gegenteil: das typische Frauchen, ein bisschen naiv und immer um das Wohl ihrer Kinder besorgt."

"Wenn Claudia und Bernd über ihre Kinder sprechen, dann geht es nicht ohne Konflikte. Rossbach und Doderer schreien sich an, diskutieren lautstark und fuchteln wild in der Gegend herum. Beide haben auf der nur spärlich mit einem Eisengeländer und einem davor liegenden Stück Rollrasen ausgestatteten Bühne viel Raum, um ihre Charaktere lebendig werden zu lassen."

"Der Spielfeldrand scheint nicht der richtige Ort dafür zu sein. An ihm können gesellschaftlich relevante Themen wie zu hoher, von den Eltern ausgeübter Leistungsdruck oder der Umgang von Jugendlichen mit der eigenen Homosexualität nur angeschnitten, aber nicht ausdiskutiert werden. Als im Stück das Fußballspiel endet, ist auch die Diskussion vorbei. Unbefriedigend? Nein. Eher ein Anreiz zum Nachdenken."

Nico Roller

"Pforzheimer Kurier"

Samstag, 19. Oktober 2019

"In dem Stück von Sebastian Seidel geht es aber um mehr als nur Fußball. Wenn Vater Bernd (Alexander Doderer) und Mutter Claudia (Myriam Rossbach) am Geländer zum Fußballplatz stehen, fällt sofort auf, dass da zwei Welten aufeinanderprallen: Während der Vater sportlich mit Schal auftritt, trägt die Mutter ein zartgelbes Kleidchen. Und so wird der Zuschauer in den nächsten 50 Minuten Zeuge, wie es um Ehe und Befindlichkeit der Beiden bestellt ist."

"Seit Bernd die Tochter Barbie nennt, nennt sich dieser nun Ken, sehr zum Missfallen des Vaters. Überhaupt hält er wenig von seinem Sohn, der viel zu viel Zeit mit seinem Freund Roland verbringt."

"Am Schluss wendet sich alle zum Guten: Barbie trifft zum entscheidenden 3:2 und dass Sohn Ken schwul ist, verkraftet Bernd überraschend gut, erklärt dies doch auch, warum sein Sohn kein Fußballer ist. Inszeniert wurde das kurzweilige Stück von Sascha Mey und ernte viel Applaus. Auch wenn „Barbie, schieß doch!!!“ für Kinder ab zehn Jahren geschrieben wurde, ist es allen Altersgruppen zu empfehlen."

Ulla Donn-von Yrsch