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"Die vier Jahreszeiten" - Pressestimmen

"Stuttgarter Zeitung"

Montag, 27. Januar 2020

"Schließlich geht es Markowitz darum, die Geschichte vom Kreislauf der Natur aus einer neuen Perspektive zu erzählen: Die handelt von nicht vergehender menschlicher Dummheit und beginnt zwnagsläuft als Dystopie. Bilder wie aus den Fernsehnachrichten eröffnen den Abend, im Flug geht es über eine zerstörte Stadtlandschaft, unter uns ein scheinbar endloses Meer an Hochhausruinen."

"Doch immer wieder gelingen Markowitz, der auch dieses Tanzstück dank der Bundesinitiative "Tanzland" nach Metzingen exportieren wird, sehr sprechende Momente: Wenn eine Gruppe von Tänzern mit fratzenhafter Mimik und grotesken Gesten versucht, eine unverständliche Botschaft über den Orchestergraben zu schicken, wenn aus den Gießkannen für die erste Dusche nur schwarzen Staub rieselt, wenn plötzlich lautes Gezanke die Musik übertönt."

"Jeder, der die jüngsten Nachrichten präsent hat, hört im Frühling, den Markowitz noch einmal in einem Waldstück erwachen lässt, bereits den Winter knacken: Auch diese ersten Menschen werden schon bald wieder die letzten sein. Und so entlässt dieses Tanzstück sein Publikum mit schönen, aber sehr nachdenklichen Eindrücken in eine lange Winternacht." 

Andrea Kachelrieß 

tanznetz.de

Sonntag, 26. Januar 2020

"Guido Markowitz' Ensemble zittert, zögert, kämpft, stößt, und huscht durch die vier Jahreszeiten, die - rekomponiert von Max Richter - ineinander verschweimmen und ein düster-schwermütiges Bild menschlicher Existenz zeichnen."

"Im Mittelpunkt steht Tänzer Abraham Iglesias Rodriguez - mal mit seiner Begleiterin Soraya Leila Emery, mal ohne. Immer aber und ganz offenbar nach dem Sinn des Lebens Ausschau haltend. Sein suchender Gesichtsausdruck, seine verkrümmte Haltung, die in wenigen Augenblicken federlicht nach oben Richtung Glückseligkeit strebt und dabei die Schwerkraft zu überwinden scheint - ist es doch die Mühsal des Lebens, die an seinen Fußen zerrt, ihn hinabzieht, sich in seiner Verzweiflung wälzend."

"Am Ende hat Abraham Iglesias Rodriguez ein ganzes Leben tänzersich erzählt. Das macht er großartig. Und das nicht nur mit dem Körper, sein Gesicht tanzt mit."

Susanne Roth/www.rothjournalismus.de

"Pforzheimer Zeitung"

Montag, 27. Januar 2020

"Mit seinen 14 Tänzerinnen und Tänzern entwirft das Stück in nur 75 konzentrierten Minuten ein reiches Spektrum von Gefühlen und Szenen, das immer wieder Aspekte menschlicher Begegnungen beleuchtet. Von sprühender Seligkeit und fröhlichem Übermut springt das Geschehen in Anlehnung an die musikalische Atmosphäre der geschilderten Natur zu aggressiver Konfrontation, kalter Ablehnung, sehnsüchtiger Verlassenheit und schmerzlichem Abschied. Es ist ein Panorama über die Wechselfälle von Leben und Liebe."

"Den steten Wandel der Empfindungen drückt Markowitz geschickt durch in die Einbettung des Werkes in den ewigen Gang der Natur ein. Die fidele Laune des Frühlings entwickelt er aus dem schwarzen Totentanz des Winters, das bedrückende Schlussbild klingt aus in dem erlösenden Ausblick auf einen "zweiten Frühling"." 

"Die Badische Philharmonie Pforzheim unter der zupackenden Leitung von Alexandros Diamantis wird der nicht immer leicht eingängigen Komposition von Max Richter, die Vivaldis musikalische Fülle häufig zugunsten einer eher verhaltenen Nachdenklichkeit herabtönt, überzeugend gerecht, und im großen, anspruchsvollen Violinpart beweist Konzertmeisterin Maria Gawrilenko zurückhaltende Souveränität fernab blitzender Bravour. Mit seinen "Vier Jahreszeiten" hat Ballettchef Markowitz das Repertoire seines Tanztheaters durch ein erfolgreiches Stück bereichert." 

Rainer Wolff

"Badische Neueste Nachrichten"

Montag, 27. Januar 2020

"Dabei spiegelt das Bühnenbild aus der Hand von Philipp Contag-Lada stets auch die seelische Verfassung der Tänzer wider. In der Choreografie werden Entedeckungslust und Leidenschaft nach und nach zu kraftvollen, ausgereiften Gefühlen, bis sich erste Schwächen in den gegenseitigen Beziehungen bemerkbar machen, diese beinahe gewaltsam zerstört werden und an anderer Stelle neu entstehen."

"Die zahlreichen Duette und Sequenzen, in denen zu zweit oder zu dritt interagiert wird, betonen nicht nur Markowitz choreografische Stärken, sondern auch die seiner Tänzer. Darin haben sie, im Gegensatz zu den Gruppenstücken, den Freiraum, ihren künstlerischen Charakter zu entfalten, ohne dass dies auf Kosten der Synchronität geht. die körperlichen Höchstleistungen gewinnen so auch an Leichtigkeit."

"Das Ensemble erzählt zwar seine eigenen Geschichten von Leben, Tod und Streitereien, gepaart mit der richtigen und ansteckenden Menge an Humor, die für die kleinen und großen Tragödien im Leben wohl notwendig ist. Daneben verkörpert es aber auch den persönlichen Werdegang des Menschen, seinen Kampf mit sich selbst und der Natur. Während die Jahreszeiten verstreichen hat jeder der 14 Tänzer seinen Moment, in dem er das Publikum an seinen Höhen und Tiefen teilhaben lässt. Dafür schickt dieses am Ende hörbare Anerkennung zurück."

Janina Keller

dance for you-magazine.com

Sonntag, 2. Februar 2020

"Mutig betritt Guido Markowitz mit seinem Ensemble neues Terrain, und dieses ist überwiegend düster, schwermütig, von nur wenigen leichten Momenten gezeichnet. Auch farblich. Der Frühling kommt als zarte Pastell-Andeutung in den Kostümen, die aber von eher dunklen oder auch silbrig glänzenden kalten Töen verschlungen werden."

"Auch nun zittert, zögert, kämpft, stößt, huscht das Ballettensemble in meist modernen, aggressiven, abgehackten und nur ab und zu an anmuutiges klassisches Ballett erinnernden Bewegungen durch die vier Jahreszeiten. Diese verschwimmen ineinander. Etwas vom Sommer taucht im Winter auf. Der Frühling ist nur ein Schatten. Und gekämpft wird immer, ums Überleben." 

"Es ist eine Aufführung, die alle Sinne anspricht, die einem als Zuschauer alles abverlangt. Keine leichte Kost, aber wer hat schon gesagt, dass Leichtes interessant ist? Man kann sich abarbeiten, wenn man mit dem Ballettensemble die vier Jahreszeiten durchschreitet. Man kann sich jedenfalls immer hineinfallen, mitreißen lassen. Und man könnte das Stück 1000 Mal anschauen und hätte doch nicht alles gesehen. Zum Glück ist das Bühnenbild reduziert, denn die Masse der Tänzer fordert das Auge."

Susanne Roth/www.rothjournalismus.de