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Schreibwettbewerb zu "Das Wundertheater"

Für den Schreibwettbewerb zu Hans Werner Henzes Oper „Das Wundertheater“ nach einem Intermezzo von „Don Quijote“-Autor Miguel de Cervantes wollten wir von den Kindern und Jugendlichen fantatsievolle Geschichten oder Graphic Novels geschickt bekommen, die erzählen, was in der wundersamen Wundertheatervorstellung passiert, bei der man merkwürdigerweise nichts sieht. Das einzige, was man als Hinweise und mögliche Vorschläge hatte, war, dass der Theaterdirektor etwas von einem Stier, von Mäusen und von heiligem Wasser, das Frauengesichter in Silber und Bärte in Gold verwandelt, sagt. Insgesamt haben uns fast 40 Einsendungen mit wirklich schönen, ideenreichen und spannenden Geschichten und Zeichnungen erreicht, aus denen die Jury allerdings leider nur drei Preise pro Altersgruppe vergeben kann.

Das sind die Geschichten unserer Gewinnerinnen und Gewinner:

1. Preis in der 1. Altersklasse: „Die Suche nach der heiligen Quelle“ von Kai Hörner
2. Preis in der 1. Altersklasse: „Der Hund und der Wolf“ von Adriana Läpple
3. Preis in der 1. Altersklasse: „Die Tapete und der Bär“ von Miklas Heim

1. Preis in der 2. Altersklasse: „Das Wundertheater“ von Hanna Wienrich
2. Preis in der 2. Altersklasse: „Die Spur des heiligen Wassers" von Sanura Schmidt
3. Preis in der 2. Altersklasse: „Das Wundertheater und der Golddrache“ von Mats Stauch
3. Platz in der 2. Altersklasse: „Das Zauberwasser“ von Mats

1. Preis in der 3. Altersklasse: „Das Wundertheater“ von Jana Kühnel
2. Preis in der 3. Altersklasse: „Das Märchen des gestohlenen Wassers“ von Waltraud Scholtz

 

Mitglieder der Jury

Uwe Mumm, Buchhandlung
Sandra Pfäfflin, "Pforzheimer Zeitung", Ressortleiterin Kulturredaktion
Inken Meents, Musikdramaturgin und -pädagogin am Theater Pforzheim
Marlene Kübler, FSJ Kultur am Theater Pforzheim

Die Gewinnertexte

ALTERSKLASSE 1

 

Der Hund und der Wolf

Es war einmal ein kleiner Hund, er suchte einen Freund. Er lebte ganz alleine in einer großen Stadt. Wie ist der kleine Hund in so eine große Stadt überhaupt gekommen? Wurde er ausgesetzt? Ist er ein Straßenhund? Hat er Freunde? Er ist ein Straßenhund und er hat leider keine Freunde. Jeden Tag läuft er durch die schmalen Straßen der großen Stadt. Eines Tages hat der kleine Hund vier große Hunde getroffen. Die großen Hunde haben den kleinen gefragt: „Wo willst du denn hin, du Kleiner?!“ Der kleine Hund sagte: „Ich bin auf der Suche nach einem Freund.“ „Du wirst ja niemals einen Freund finden, du bist so winzig.“ „Doch, ich werde einen Freund finden!“ Und der kleine Hund läuft weiter. Die ganze Nacht ist er auf der Suche nach einem Freund. „Wo soll ich heute Nacht schlafen? Es ist doch so dunkel und ich habe große Angst“, denkt er sich. In einer Mülltonne hat er zwei leuchtende Augen gesehen. Es war eine Katze. Der kleine Hund fragte die Katze: „Willst du meine Freundin sein, ich bin nämlich auf der Suche nach einem Freund.“ „Hunde und Katzen Freunde? Niemals im Leben“, sagte die Katze und verschwindet. Am Ende der Straße befindet sich der Waldrand. Er ging in den Wald hinein. Plötzlich hörte er ein Jaulen. Dann ruft er: „Hat jemand Angst? Ist was passiert?“ Niemand antwortete. Er läuft zu dem Geräusch. Hinter einem Busch sieht er einen Welpen. Der Welpe war ganz verängstigt. Der kleine Hund fragte: „Was bist du für ein Tier? Bist du ein Hund oder eine Katze?“ „Nein, ich bin ein kleiner Wolf, ich suche meine Mama und ich suche einen Freund.“ „Ich suche auch einen Freund“, sagte der kleine Hund. „Sollen wir Freunde sein?“ Der kleine Hund sagte: „Ja, na klar, ich heiße nämlich Fleki, und du?“ „Ich heiße Rolfi“, sagte der kleine Wolf. „Jetzt haben wir keine Angst mehr, wir sind zu zweit. Dann gehen wir im Wald spielen.“ Und auf einmal war Rolfi weg. „Wo bist du, Rolfi?“, fragt Fleki. „Ich bin ausgerutscht und in die Wolfsschlucht gefallen, bitte hilf mir!“ „Ich komme, deswegen sind doch Freunde da, oder? Ich suche einen Stock, warte.“ Endlich hat Fleki einen Stock gefunden und ruft zu Rolfi: „Halte dich an dem Stock fest, ich ziehe dich raus!“ Nun war Rolfi gerettet. „Hast du dich verletzt?“, fragt Fleki. „Dank dir bin ich gerettet und nicht verletzt. Du bist ein wahrer Freund. Komm mit in den Wald, wir wollen weiter spielen. Weißt du, was wir spielen sollen?", fragt Rolfi. „Ich weiß was wir spielen, wir spielen wahre Freundschaft!“

So ist die Freundschaft zwischen Fleki und Rolfi fürs ganze Leben entstanden.

Adriana Läpple (8 Jahre), Klasse 2h der Grundschule Ottenbronn 

 

Die Suche nach der Heiligen Quelle - Die Geschichte von Don Quichote und Sancho Panza (Zeichnungen als PDF)

Kai Hörner

 

Die Tapete und der Bär

Es war Nacht und ich lag in meinem Bett. Plötzlich hörte ich etwas. Es war ein Bär und ich hatte Angst. Er wollte mich mitnehmen. Ich wollte weg, aber er hatte mich schon geschnappt und wir gingen auf eine ganz tolle Reise. Wir gingen durch den Dschungel und durch die Wüste und durch Afrika. Dann dachte ich, es wäre ein Traum, aber es war wahr. Plötzlich kam ein Löwe aus der Savanne angerannt, er hat uns zum Glück nicht gesehen. Vorsichtig schlichen wir weiter. „Hilfe! Hilfe!“, hörten wir. Ein Löwe wollte ein Kind fressen. Mein Bär half dem Kind. Der Bär und der Löwe kämpften. Solange zog ich den Jungen von dem Löwen weg. Zum Glück hatte ich eine Steinschleuder dabei. Ich traf den Löwen mit einem Stein. Er brüllte vor Schmerz und rannte weg. Der Junge bedankte sich, sein Name war Max, er war jetzt mein Freund. Wir feierten ein großes Fest in Max seinem Dorf. Plötzlich wachte ich auf. Der Bär ist wieder auf meiner Tapete. Es war alles nur ein wunderschöner Traum. In der nächsten Nacht hatte ich wieder einen Traum. Ein Papagei kam von meiner Tapete und nahm mich wieder auf ein Abenteuer mit. Wir flogen durch die Wolken und hohe Berge. Der Papagei hieß Tim, er war mein Freund. Tim schenkte mir einen wunderschönen, funkelnden Stein. Der Stein hatte magische Kräfte. Mit dem Stein konnte ich wie ein Vogel fliegen. Tim und ich flogen die ganze Nacht und hatten viel Spaß. Da wachte ich wieder auf. Es war wieder ein toller Traum gewesen. Aber was war das? Der Papagei Tim war wieder auf meiner Tapete und neben meinem Bett lag der Stein und eine bunte Feder von Tim, dem Papagei. Ich freute mich sehr, so eine tolle Nacht!

Miklas Heim (8 Jahre), Klasse 2h der Grundschule Ottenbronn

 

ALTERSKLASSE 2

 

 

Das Wundertheater

Ich bin Maya und ich freu mich schon sehr auf heute, denn heute gehe ich mit meiner Klasse ins Theater. Wir gehen schon zum zweiten Mal ins Theater. Wir waren nämlich schon einmal in der dritten Klasse und das war aufregend, das war nämlich so: Als alle da waren, sind wir nach oben zur Bushaltestelle. Dort wartete schon der Bus. Die ganze Klasse stieg ein. Als wir dann beim Theater waren, sind wir ausgestiegen. Danach sind wir in den Saal gegangen. Dort hat sich die ganze Klasse hingesetzt. Dann gingen die Vorhänge auf. Aber da war gar nichts, nur der Theaterdirektor. Dann fing er an zu labern, die anderen lachten und hatten Spaß, aber ich verstand gar nicht, was das soll. Doch plötzlich verschwamm alles und ich war in einem kleinen Dorf, ich wusste gar nicht, was passiert ist. Ich beschloss, mich erstmal umzusehen. Ich ging so durch die Straßen und sah wie eine Frau aus einem Krug Wasser trinkt, doch als sie den ersten Schluck getrunken hat, wurde ihr Gesicht plötzlich aus Silber. Die Frau merkte es erst gar nicht, doch als sie in den Spiegel schaute, schrie sie auf und flüsterte: „Wie in der Prophezeiung!“ Und dann rannte sie los. Ich rannte ihr natürlich hinterher. Die Frau wurde erst langsamer, als wir bei einem Platz angekommen waren. In der Mitte des Platzes war ein Brunnen. Dort waren viele Frauen und schöpften Wasser aus dem Brunnen, um es zu trinken. Die Frau, die schon ein silbernes Gesicht hatte, rief den anderen Frauen zu: „Nicht vom Wasser trinken!“ Doch es war schon zu spät, zwei weitere Frauen hatten jetzt auch silberne Gesichter. Die anderen haben zum Glück nichts von dem Wasser getrunken. Alle schauten die drei Frauen erschrocken an. Dann traute sich eine andere Frau zu sagen: „Wie in der Prophezeiung.“ „Das habe ich mir auch schon gedacht!“, erzählte die Frau, die zuerst silbernes Wasser im Gesicht hatte. „Kommt, wir gehen erstmal alle zu mir nach Hause“, sagte eine Frau mit silbernem Gesicht. Als wir bei ihr zuhause waren, habe ich gefragt: „Was war das eigentlich für eine Prophezeiung?“ „Das war so: Als ich letztes Mal zum Brunnen gegangen bin und ins Wasser geguckt habe, kam ein Bild von Frauen, die Wasser getrunken haben und dann silberne Gesichter bekommen haben. Ja, so war das. Übrigens bin ich Anne. Und dann waren da noch die Männer. Als die das Wasser getrunken haben, haben sie goldene Bärte bekommen.“ Als sie fertig waren, kamen auch die Männer und sie hatten goldene Bärte. Ich sagte entschlossen: „Ich helfe euch, es gibt doch bestimmt ein Gegenmittel.“ Anna sagte: „Ja, das gibt es, schau doch in der Bücherei nach.“ Dort suchte ich gar nicht lange, da fand ich auch, was ich gesucht hatte. Ich schlug das Buch auf und blätterte Seite um Seite. Nach einer Stunde fand ich das Gegenmittel auf der letzten Seite. Dort stand:

Wenn man Brunnenwasser trinkt und Frauengesichter silbern werden, bei den Männern Bärte golden, dann sollst du einen Stier dazu bringen, eine Maus zu küssen.

„Wie soll das denn gehen?“, dachte ich mir. Ich ging zurück. Die anderen waren inzwischen nach Hause gegangen, nur Anne saß noch da. Ich erklärte ihr alles und sie nickte. „Ich habe einen Stier auf der Weide und ich kenne eine Maus, die sehr zutraulich ist“, erklärte Anne. Die Maus hatten wir schnell gefunden, sie krabbelte auf Annes Hand. Und dann gingen wir zum Stiergehege. Jetzt wurde es knifflig, wie sollten wir eine Maus dazu bringen, einen Stier zu küssen? Aber wir konnten unser Glück nicht fassen, denn anscheinend führten die Maus und der Stier geheime Freundschaft. Denn als wir die Maus absetzten, lief sie auf den Stier zu und sie spielten zusammen. Dann ging Anne auf sie zu und flüsterte dem Stier etwas zu. Der Stier rannte auf die Maus zu und gab ihr einen großen Kuss. Und plötzlich hatte Anne wieder ihre normale Hautfarbe. Auch die anderen waren wieder normal. Anne fragte mich: „Willst du mitfeiern, wir wollen nämlich feiern, dass wir alle wieder normal sind.“ Gerade als ich antworten wollte, verschwamm alles und ich war wieder im Theatersaal. Die anderen waren schon dabei aufzustehen. Als wir draußen waren, sind wir in den Bus eingestiegen. Ja, so war das, das war ein echtes Wundertheater. Jetzt muss ich zur Schule, sonst komm ich noch zu spät.

Hanna Wienrich, Klasse 3a der Gemeinschaftsschule Heckengäu in Wiernsheim

 

Die Spur des heiligen Wassers

An einem schönen Sonntagmorgen tappte der Bauer in den Stall, um seinen Stier Ferdinand zu füttern. Als er die Schale abgestellt hatte, tappte er wieder zur Stalltür und Ferdinand hörte noch wie der Bauer vor sich hinmurmelte: „Ich brauche dringend dieses heilige Wasser, aber wo soll ich es finden? Ach egal…“. Die Stimme des Bauern verklang, nachdem er die Stalltür zugeschoben hatte. Wenige Zeit später wurde Ferdinand aus seinen Gedanken gerissen, weil es hinter ihm im Stroh raschelte. Ferdinand drehte sich um und entdeckte seine zwei Mäusefreunde Willy und Eddi. Willy quiekte: „Los, lass uns endlich etwas essen!“ Ferdinand winkte seine beiden Freunde zu sich. Ferdinand teilte nämlich alles mit den jungen Mäusen. Nachdem sie gegessen hatten, erzählte Ferdinand den Mäusen die Geschichte, was der Bauer vor sich hingemurmelt hatte: „Ich fand, dass er sehr verzweifelt klang, ich bin dafür, ihm zu helfen. Was sagt ihr? Seid ihr dabei?“, schloss er seinen Bericht mit einigen Fragen. Eddi meinte sofort, ohne seinen Bruder Willy zu fragen: „Klar sind wir dabei, aber wie können ausgerechnet wir dem Bauer helfen? Wir wissen nicht mal seinen Namen. Wir nennen ihn einfach nur Bauer.“ Daraufhin grummelte Ferdinand gereizt: „Na und? Ist es nicht egal, ob wir seinen Namen wissen oder nicht?“ Eddi murmelte verlegen vor sich hin: „Du hast mal wieder recht.“ Plötzlich rief Willy aus: „Erinnert ihr euch noch an das Märchen, das der Bauer uns erzählt hat, als wir klein waren? Er sagte, dass im Stroh eine geheime Karte versteckt sei, die zu heiligem Wasser führt? Richtig! Diese Geschichte muss echt sein!“ Ohne ein weiteres Wort wühlten alle im Stroh, bis Ferdinand schrie: „Ich hab sie!“ Dann steckten alle die Köpfe zusammen und sahen sich die Karte an. Es war ein Plan von dem Stall. Es war eine Leiter eingezeichnet und ein Heuboden und im Heuboden war ein rotes Kreuz zu sehen. Ohne ein Wort miteinander zu wechseln, kletterten sie die Leiter hoch und rannten über den Heuboden. Vor einer Truhe blieben sie stehen. Sie öffneten die Truhe und es kam ein Eimer gefüllt mit tiefblauem Wasser zum Vorschein. Sie packten ihn und warteten bis zum Mittag, wo der Bauer wieder kam und ihnen Futter brachte. Er sah traurig aus. Dort überreichten sie ihm das heilige Wasser. Er war überglücklich! „Danke vielmals!“, rief der Bauer. „Wenn ihr das Wasser nicht gefunden hättet, wäre das hier euer letztes Essen. Ich hätte es nicht mehr bezahlen können. Jetzt wo ich es habe, kann ich meinen Bart in Gold verwandeln und dann habe ich genug Geld, um das Futter zu bezahlen. Danke!“, erzählte er dann. Kurze Zeit später tropfte er Wasser auf seinen Bart. Der wurde sofort zu Gold. Dann sagte der Bauer: „Bis zur nächsten Mahlzeit.“ Als er weg war, begannen alle laut zu lachen. „Was für ein Erlebnis!“, riefen alle zusammen.

Sanura Schmidt (9 Jahre), 4. Klasse der Weiherbergschule in Pforzheim

 

Das Wundertheater und der Golddrache

An einem schönen Ferientag gehen Justus, Peter und Bob in Rocky Beach ins Theater. In dem Theater sind nur noch drei Plätze frei. Die drei Freunde setzen sich auf die freien Plätze, dann geht die Vorstellung los und ein goldener Drache kommt auf die Bühne. Peter kriegt ein bisschen Angst. Der Drache kommt auf die Leute zu. Sie rennen aus dem Theater und kreischen und brüllen. Der Golddrache fliegt aus dem Theater und landet auf dem Brunnen. Die drei ??? kommen gerade aus dem Theater. Sie laufen zu ihren Rädern und fahren zur Kaffeekanne. Justus macht die rostige Bodenklappe auf, dann klettert er in die Kaffeekanne. Justus sagt: „Bob, du gehst morgen in die Bibliothek. Peter, du bringst die wandelnde Regentonne und ich ein Goldsuchgerät mit. Es ist schon spät, deswegen gehen wir jetzt nach Hause.“ Der Golddrache versteckt sich auf dem Schrottplatz und sieht aus wie ein riesiger Schrottberg. Am nächsten Morgen treffen sich die drei ??? auf dem Schrottplatz. Bob sagt: „Just, goldene Drachen sind Tiere, die sich in Sträuchern verstecken.“ Sie fahren mit ihren Rädern zu der Kaffeekanne. Da finden sie den Golddrachen. Die drei Freunde fangen den Golddrachen und lösen das Geheimnis. Sie rufen Kommissar Ragnolds und der nimmt den Menschen, der als Drache verkleidet war, mit. Der Mann heißt Sack Klack.

Mats Stauch, Klasse 3a der Gemeinschaftsschule Heckengäu in Wiernsheim

 

Das Zauberwasser

Der Vorhang öffnet sich und es geht ein augenblickliches Raunen durch den Theatersaal. Auf der Bühne sagt eine Maus zu einem Stier: „Ach Stier, hätte ich doch ein Haus so wie du. Ich habe es langsam satt auf dem Dachboden von diesem Haus zu wohnen. Auf dem Dachboden dort gibt es kaum etwas zu essen und es sind Löcher im Dach und deswegen regnet es bei Regen rein.“ Die Maus hieß Tom und der Stier Wicky. „Willst du mit in mein Haus nebenan kommen?“, fragte der Stier. „Oh ja“, antwortete die Maus Tom. Dann gingen die Maus und der Stier zusammen in das Haus vom Stier. Die Bewohner des anderen Hauses sind 11 Männer und 9 Frauen. Sie bewirtschaften den kleinen Hof. Am nächsten Morgen kommt ein Freund von Wicky, dem Stier, in sein Haus und erzählt ihm: „ Ich habe neulich eine Wanderung unternommen, ich bin zu einem hohen Berg gelaufen. Plötzlich gab es einen Felsrutsch und ich rutschte mit dem ganzen Geröll nach unten. Direkt in einen Wald, ich ging immer geradeaus. Schließlich kam ich in einem versteckten Tal an. Ich sah einen sehr kleinen Bach, aber ich sah nirgendwo eine Quelle.“ „Wie kommen wir dorthin?“, fragten Wicky und Tom gleichzeitig. Und dann erklärte der Freund von Wicky, dem Stier, den beiden den Weg. Als der Freund fertig mit erzählen war, ging er wieder. Da fragte Tom Wicky: „Wie soll ich eigentlich mit dir kommen? Ich bin nicht so schnell wie du.“ „Ich trage dich auf meinem Rücken“, antwortete Wicky. Als sie am nächsten Morgen losgingen, packte Wicky noch einen Eimer auf seinen Rücken. Als sie nach drei Tagen wandern endlich im versteckten Tal angekommen waren, fiepte die Maus Tom plötzlich: „Wicky, dort hinten schimmert irgendetwas. Lauf dort doch mal hin.“ Dort angekommen, erblicken die beiden eine kleine Quelle mit sprudelndem Wasser. „Die Quelle!“, rufen beide aus einem Mund. Wicky hält den Eimer in die Quelle. Als er ganz voll ist, schnallt er ihn wieder auf seinen Rücken. Tom hilft ihm dabei. Nun kehren beide zurück. Den Eimer stellen sie in das Haus vom Stier. Kaum haben sie den Eimer hingestellt, kommt auch schon die Bäuerin in das Haus von Wicky. Sie möchte sich das Gesicht waschen. Als sie sich das Wasser ins Gesicht reibt, färbt sich ihr Gesicht silbern. Dann versucht sie, sich das Silber aus dem Gesicht zu reiben und es klappt. Auf den Boden fallen Silberstücke und das Gesicht der Bäuerin färbt sich wieder normal. Schnell ruft die Bäuerin ihren Mann herbei. Und auch er wäscht sich seinen Bart und plötzlich färbt sein Bart sich golden und er schüttelt seinen Bart. Die Folge: Es fallen sehr viele Goldstücke auf den Boden. Weil die Leute auf dem Hof jetzt so reich sind, lassen sie für die Maus auch ein kleines Mäusehaus bauen. Somit ist jetzt auch die Maus glücklich. Nun schließt sich der Theatervorhang wieder.

Mats, Klasse 3c der Gemeinschaftsschule Heckengäu in Wiernsheim

 

 

ALTERSKLASSE 3

 

Das Wundertheater

Ich schaue auf den Vorhang, er öffnet sich und dann sehe ich auf einmal: Nichts…

Plötzlich höre ich einen schrillen Ton! Ich zucke zusammen, und da huscht eine Maus vorbei und dann noch eine! Jetzt ist es eine ganze Horde von Mäusen. Sie flüstern, säuseln und krächzen: „Habt ihr wilden Stier gesehen?“ „Warum macht er Höhle puttputt?“ „Weil wir wissen, wo ist heiliges Wasser!“ Zustimmendes Nicken der Mäuseschar. Nun flammt das Licht auf. Ich blinzle, da es wirklich grell ist. Ich sehe Bäume, Früchte und Frauen, deren Gesichter aus Silber bestehen, es sieht wunderschön aus, aber glücklich scheinen sie nicht zu sein. Nach längerer Beobachtung merke ich, dass sie weinen, sie tanzen und weinen. Das Tanzen ist atemberaubend und doch macht es mich nachdenklich und traurig. Mir kommt ein Kloß in den Hals. Da – ein Knall, ich schreie auf: Es wird rabenschwarz, ich krieche in meine Jacke und beiße energisch von meiner Brezel ab. Dabei verschlucke ich mich, denn auf einmal stürmen Trolle mit goldenen Bärten auf die Bühne und brüllen die Frauen mit den silbernen Gesichtern an. Sie sind böse und peitschen die Frauen. Doch dann höre ich ein furchtbares Brüllen, das alles übertrumpft! Auf die Bühne stürzt: ein Stier. Er rast und wütet und verscheucht die Trolle. Als diese verschwunden sind, verwandelt sich der Stier plötzlich in einen schönen Prinzen. Er nähert sich zögerlich den Frauen und fragt sie: „Wisst ihr, wo das heilige Wasser ist?“ Die Frauen antworten lächelnd und sagen dem Prinzen, dass er der erste ist, der nicht versteinert, als er ihre silbernen Gesichter sieht. Der Prinz wiederum erzählt erleichtert, dass sie die ersten waren, die keine Angst vor ihm hatten, als er als verfluchter Stier auf die Bühne kam. Die Frauen weisen dem Prinzen den Weg zum heiligen Wasser, und als er es trinkt, flammt ein Feuer auf, das die ganze Bühne in helles Licht taucht. Die Mäuse kreisen um den Prinzen, aber die Frauen mit den silbernen Gesichtern tanzen nicht mehr, denn das Silber ist weg. Der Prinz ist erlöst und muss kein Stier mehr werden. Die Mäuse erzählen, dass der Fluch gebrochen ist und singen: „Der Fluch ist gebrochen, jetzt müssen die Frauen nicht mehr tanzen Wochen für Wochen. Die Trolle mit Bärten aus Gold sind erlöst, jetzt sind sie nicht mehr gezwungen zu sein erböst.“ Das singen sie wieder und wieder, bis die Trolle auf die Bühne zurückkommen. Dann erzählen die Frauen und die Trolle dem Prinzen, dass sie alle ein Fluch belegt hatte, als sie durch einen Zauberwald zur heiligen Quelle wollten und das falsche Codewort sagten. Ein zweiter Versuch war nicht möglich. Erlöst werden konnten sie nur von einem Menschen mit einem guten Herzen, der beim Anblick der silbernen Gesichter nicht versteinert wurde. Weil das bei dem Prinzen zutraf, konnten sie ihm das Lösungswort für das heilige Wasser sagen.

Der Vorhang geht langsam zu. Ich stehe auf und applaudiere. Das war mein „Wundertheater“.

aus Pinache (11 Jahre), 6. Klasse

 

Das Märchen des gestohlenen Wassers

Der Saal ist voller Menschen, die Zuschauer sind gespannt. Es ertönt gruselige Musik. Das Licht geht aus und der Vorhang auf. Es tapsen dunkle Gestalten durch den Raum. Sie wollen das heilige Wasser stehlen, das für den nächsten Tag bereitgestellt wurde, denn die schönen Frauen sollten verwandelt werden. Sie bekamen goldene Bärte und silberne Gesichter. Danach sollten die Verwandelten durch das Land ziehen, um den Armen und Kranken zu helfen. Doch als der Diebstahl entdeckt wurde, brach ein riesiger Tumult los. Als ein Stier und drei Mäuse auf dem Podest erschienen und eine der winzigen Nager zu piepsen begann: „Diebe haben in der Nacht das heilige Wasser gestohlen. Sie sind vom Teufel geschickt worden.“ Die Sprechende hatte braunes Fell und weiße Tupfer, bei einer anderen war es genau umgekehrt und die dritte war schwarz. Da erhob der Stier seine mächtige Stimme, er war braun: „Wir kommen, um den erquickenden Trank zurück zu stehlen. Die mutigste Sängerin von euch muss aber mitkommen, nur sie kann den Teufel überlisten.“ Die Betroffene hieß Mara. Sie hatte lange gold-braune Haare, blaue Augen, dazu ein rosa Kleid. Der Stier donnerte: „Steig auf! Wir fliegen zu einer Lichtung.“ Mara stieg schwungvoll auf den Rücken des Stiers und schon flog dieser davon. Die Mäuse hatten sich auf seinen Kopf gesetzt. Auf dem Flug berieten Mara und der Stier über den Plan, während die Mäuse darüber stritten, welche der Teufel wohl am liebsten mögen würde. Jede wollte die unbedingt sein. Der Plan besagte, dass Mara nachts allein auf der Lichtung sitzen würde und singen. Als die Nacht hereinbrach, sang Mara ein wunderschönes Lied, da kam eine Gestalt, mit zwei Hörnern auf den Kopf zu ihr. Jetzt sollte Mara ein Liebeslied singen. Sie sang: „Komm zu mir, zu mir. Ich habe dich lieb. Gib mir das Wasser aus dem Krug.“ Der Teufel kam mit dem Gefäß, in dem das magisch-glitzernde Wasser war. Er gab ihr den ganzen Krug, denn ihr Singen hatte ihn verzaubert und da sang sie: „Hole mir Brot. Hole mir Brot.“ Der Teufel rannte los. In der Zeit tauschte Mara den Krug aus. Der Teufel kam wieder. Er fragte: „Noch etwas?“ „Nein!“, antwortete Mara, die nicht mehr sang. Da konnte der Teufel wieder denken, er nahm den Krug und sah hinein. Die schreckliche Kreatur sah, dass sie noch nichts daraus getrunken hatte. Er rannte davon, um seine Leute zu holen, die Mara als Gefangene nehmen sollten. Da kam der Stier und holte Mara und den Krug mit dem heiligen Wasser ab. Als der Teufel zurückkam, waren sie schon weg. Da wurde der Teufel noch teuflischer und er betrat die Menschenwelt nie wieder. Der Stier, Mara und die Mäuse waren in der Zwischenzeit schon wieder zurück. Sie hatten gleiches mit gleichem vergolden. Die Freude war sehr groß und es wurde gefeiert, das heilige Wasser war wieder in ihren Händen, da ging der Vorhang wieder zu und es ertönte Applaus.

Waltraud Scholtz (11 Jahre), 5b der Goetheschule, Freie Waldorfschule Pforzheim

 

 

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