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Pforzheimer Zeitung

Montag, 16. November 2015

Ein Theaterstück von Bertolt Brecht, in dem die aktuelle Flüchtlingsproblematik angesprochen wird und von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Rede ist, das kann es doch eigentlich nicht geben von dem 1956 gestorbenen Schriftsteller. Doch, in der Neuinszenierung eines seiner bekanntesten Dramen, „Mutter Courage und ihre Kinder“, am Theater Pforzheim ist beides jetzt der Fall. Natürlich nicht im Originaltext des im 30-jährigen Krieg spielenden und von Brecht 1939 im schwedischen Exil geschriebenen Stücks, wohl aber in der Einrichtung von Regisseur Tilmann Gersch mit der Dramaturgie von Barbara Wendland und Peter Oppermann. In der Koproduktion mit dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, wo die Produktion im Frühjahr gespielt wird, gibt es eine ganze Reihe weiterer Momente der Aktualisierung, die das im doppelten Sinne historische Stück an die Gegenwart heranholen.

Ein politisches Stück, das vom Leben und Überleben in Zeiten enthemmter Gewalt und vor dem Hintergrund von Glaubenskämpfen spielt, ist in diesen Tagen auf schreckliche Weise brisanter denn je geworden. Intendant Thomas Münstermann bekundete vor dem Beginn der Premiere im Namen seines Ensembles und der Zuschauer im voll besetzten Haus die Solidarität und Anteilnahme mit den Opfern des Terrors in Paris und beschwor eindringlich die Kunst als Antwort auf die bedrückende Barbarei.

(...) In den großen Stücken aber behandelt Brecht letztlich ganz grundsätzliche Themen, was diese Dramen für uns heute in jedem Fall und mehr denn je relevant macht. Gerade die „Mutter Courage“, in der es ja vor allem um das Verdienen am und im Krieg geht, ist bei der aktuellen Weltlage von beklemmender Aktualität.

Tilmann Gersch verzichtet in der Optik völlig auf dergleichen Anspielungen, nähert sich aber im deutlich bearbeiteten Text stark einem modernen Jargon an. Auch mit Stilformen aus den heutigen Medien spielt der Regisseur. (...)

Doch die Dramaturgie dieser Inszenierung überzeugt noch mehr durch eine zwingende Verdeutlichung des epischen Theaters. Das Spiel als Spiel wird immer wieder thematisiert. Der Wagen der Courage ist hier ein großes Gefährt aus Boxen (die Ausstattung stammt von Andreas Auerbach), in denen Requisiten und Personal „gelagert“ werden.

Auch das Mittel der Überzeichnung von Personen und Szenen zur Erzeugung von Distanz wird wirkungsvoll eingesetzt. Nie gibt es kruden Realismus – und doch ist das Spiel sehr handfest und rigoros. Der Stoff wird in jeder Szene aussagekräftig zugespitzt, was der Aufführung Spannung und hohe Prägnanz gibt. Auch die Musik erscheint nirgends beliebig und nebensächlich, sie hat wesentlichen Teil an der epischen Anlage und dient der Untermalung einzelner Szenen. Das fünfköpfige Ensemble unter Frank Rosenberger macht aus Paul Dessaus Kompositionen ebenfalls geschärfte und schmerzlich berührende Ausdrucksmomente im Sinne einer pointierten Aussage. Das ist Brecht im besten Sinne.

In der Titelrolle überzeugt Joanne Gläsel durch eine absolut unsentimentale, keine Identifikation zulassende Darstellung der Courage. Sie spielt diese mit Energie und Ausstrahlung, aber ganz ohne Mitleidsgestus. Fast ohne Worte weiß Konstanze Fischer die Kattrin mit physisch spürbarer Intensität zur unschuldig Leidtragenden zu machen. Als Eilif spielt Sergej Gößner seine Virilität effektiv aus, Henning Kallweit agiert mit Leidenschaft als Schweizerkas. Hans Jörg Krumpholz gibt den Feldprediger mit wohltuender Zurückhaltung, aber deshalb nicht weniger stark als Figur eines opportunistischen Mitläufers.

Markante Typen zeichnen Jens Peter als Koch und Lillian Huynen als Yvette. Die Fratzen des Militarismus werden von Tobias Bode und Timo Beyerling einprägsam verkörpert.

Fredi Noel und Antonia Schirmeister ergänzen gekonnt das ausgezeichnete Ensemble.

Badische Neueste Nachrichten

Montag, 16. November 2015

Sie ist Marketenderin im Dreißigjährigen Krieg. Doch Anna Fierling führt ein Sortiment wie ein Discounter im 21. Jahrhundert: leuchtend bunte Textilien, in Folie verpackte Lebensmittel. Auf ihrem riesigen Wagen stapeln sich Metallkäfige, die an eine Hühnerlegebatterie erinnern, beladen mit Waren, Kartons und Müll. „Mutter Courage“ schleppt schimmernde Plastiktüten, verteilt Flyer mit Angeboten. Verbandstoff für Verwundete zu spenden, lehnt sie ab: „Ich hab auch Abgaben zu zahlen, Steuern, Zinsen, Bestechungsgelder.“

Als Appell gegen Egoismus und als Aufruf, als Einzelner Verantwortung zu übernehmen, hat Tilman Gersch „Mutter Courage und ihre Kinder“ inszeniert. Das Theater Pforzheim zeigt damit seit längerer Zeit erstmals wieder ein Stück von Bertolt Brecht, und zwar in Koproduktion mit den Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen. Mutter Courage macht Geschäfte im Krieg und hält diesen für ihre Existenzgrundlage, den Frieden hingegen für ein geschäftsschädigendes Ereignis, das schicksalhaft einzutreten droht. (...) Mit ihren Geschäften versucht Mutter Courage allerdings auch, das Überleben ihrer Kinder zu sichern. Die ungeordnete Masse der Waren auf der Bühne in Pforzheim lässt sich mit der Masse der Menschen in chaotischen Verhältnissen vergleichen. In dieser Masse behauptet der Einzelne, ohnehin machtlos zu sein, und lehnt es ab, Verantwortung zu übernehmen. Die Inszenierung im kaltbunten Bühnenbild von Andreas Auerbach zeigt eine Welt voller Widersprüche. Wie beiläufig werden aktuelle Bezüge – von Abgasskandal bis Flüchtlingssituation – hergestellt und häufig provokant-ironisch vorgetragen: „Die Merkel, die tut mir ja leid“, erklärt Mutter Courage etwa. „Hat gedacht, sie kriegt vielleicht den Friedensnobelpreis oder so. Und dann scheitert’s am gemeinen Volk.“

Die Schauspieler sowie die Musiker unter der Leitung von Frank Rosenberger liefern eine geschlossene Leistung. Hervorzuheben sind zwei Frauen: Joanne Gläsel (Foto: Haymann) zeigt überzeugend die Komplexität der Mutter Courage. Sie setzt sich fürsorglich und tatkräftig für ihre Kinder ein, nutzt aber den Krieg und das Elend gewissenlos für ihre Geschäfte. (...) Anrührend spielt Konstanze Fischer die traumatisierte stumme Tochter Kattrin. Sie, die eigentlich nicht sprechen kann, findet im entscheidenden Augenblick ihre Stimme und zitiert den kürzlich verstorbenen Psychologen und Autor Arno Gruen: „Ich will eine Welt ohne Kriege.“ Doch ihr Aufschrei kostet sie das Leben.

Vor der Premiere wandte sich der Intendant des Theaters Pforzheim, Thomas Münstermann, an das Publikum mit der Frage, ob man angesichts der jüngsten Ereignisse in Paris noch Theater spielen könne. Seine Antwort: „Jedes Spiel ist ein Beweis unserer Kultur, die wir gegen die Unkultur der Gewalt setzen. Wir senden Zuspruch, Solidarität und Mitgefühl an die Menschen in Paris.“

titel kulturmagazin.net

Donnerstag, 19. November 2015

(...) »Demonstration« ist ein gutes Stichwort, denn entgegen den Erwartungen ist es nicht die ›Mutter Courage‹ (in ihrer Rolle überzeugend, aufs ganze Stück bezogen aber lückenhaft, weil nicht über ihre Rolle hinausdeutend: Joanne Gläsel), die bezogen auf die Botschaft des Stückes überzeugt. Es ist ihre stumme Tochter Kattrin (vollauf überzeugend und durch ihre Tugendhaftigkeit sympathisch: Konstanze Fischer), die einerseits die Brechtschen Normen erfüllt, aber auch gerade durch ihre Tugendhaftigkeit überzeugt. Dabei spricht die Überlegenheit des Krieges zunächst einmal Bände. Mutter Courage betont im Gespräch mit dem Feldwebel (witzig und dennoch ernst zu nehmen: Tobias Bode) oder dem Feldprediger (dogmatisch und überzeugend: Hanns Jörg Krumpholz) immer wieder, wie viel ihr der Krieg einbrächte dank der Ware in ihrem Wagen – es sind vor allem bunte Pullover, die immer wieder den Bühnenboden säumen. Gerade diese nimmt Kattrin wie als Zeichen des Appells und der Anklage immer wieder an sich. Einmal zieht sie mehrere bunte Pullover übereinander an. Es scheint, als vermöge sie sich ein dickeres Fell zu verschaffen.

Eines, mithilfe dessen sie besser die aktuelle Situation, den Krieg, überstehen, ja geradezu ertragen, kann. Eine Situation, aufgrund derer Kattrin überhaupt erst stumm geworden ist, wie es die Sekundärliteratur andeutet. Was ist nun dran an der Mutter Courage, die am Ende weder Courage, also »Mut« wie es die Übersetzung verrät, besitzt, noch überzeugende Mutterliebe in sich trägt? Als Mutter merkt sie stellenweise sogar, was ihre Tochter beschäftigt. Zum Beispiel dann, als Kattrin mit einem verletzten Auge vom Botengang für ihre Mutter zurückkehrt. Ein jämmerlicher Anblick ist es, als sie sich immer wieder mit schmerzerfülltem Gesicht an den Unterleib fasst und sich die vermeintlichen Blutspuren mit einem weißen Tuch abtupft. Mit kummervollem Blick quittiert die Courage gegenüber dem Feldprediger die Szene mit dem Satz »Die ist doch schon kaputt. Die kriegt keinen Mann mehr.« Bezeichnenderweise widerspricht gerade die nachfolgende Szene diesem spontan von der Courage geäußerten Mitgefühl. Heroisch, vom Feldprediger als die Courage »auf der Höhe ihrer Macht stehend« bezeichnet, fährt sie zusammen mit den übrigen Darstellern, in Gold ummantelt, auf dem Wagen in den hinteren Teil der Bühne zurück. Kattrin wiederum zeigt Abwehr gegenüber dem habgierigen Verhalten ihrer Mutter. In einer der Szenen nimmt sie einen schwarzen Stock und geht, ihr Schläge androhend, auf die Courage los. Es ist eine der ausdrucksstarken Szenen, die zeigt, was in der Figur Kattrin und in der Schauspielerin selbst stecken. Mit langen, zum Zopf geflochtenen blonden Haaren und bieder wirkendem Matrosenkleid, kommt sie zunächst naiv daher. So naiv, dass selbst der Feldprediger sie als regelrechten Wonneproppen bezeichnet. Gerade Kattrin ist es aber, die nicht nur ihrer Mutter gegenüber rebelliert.

Dem Koch, der ihrer Mutter gegenüber Anstalten macht, sagt sie genauso ihre Meinung und hält demonstrativ das Plakat mit dem Wort »Arschloch« mit entsprechendem Pfeil, hin zur Person, hoch. Dieser verweisende Charakter passt in Brechts episches und multimedial verweisendes Theaterkonzept. Zum moralischen und zugleich aktuellen Appell wird auch das nächste Plakat mit dem Satz »Im Boot ist noch Platz.« Nicht nur dieser nimmt Bezug zur aktuellen Flüchtlingskrise. Auch Mutter Courage selbst kommentiert sie und bemerkt, dass Bundeskanzlerin Merkel diese ja auch nicht allein in den Händen habe Was aber an der Figur Kattrin und an der Schauspielerin Konstanze Fischer überzeugt, ist gerade diese aus der Naivität resultierende Einfachheit, dank derer sie sich gegen Ende des Stückes hin selbstbewusst an den vorderen Rand der Bühne stellt und eben nicht die Klappe hält, sondern ihren Überdruss der Lage und ihren Protest hinausschreit. Obwohl sie währenddessen als »Vieh« bezeichnet und gedemütigt wird, beginnt sie auf einmal zu reden und kritisiert die im ganzen Stück durchscheinende und durch Brechts episches Theater moralisierend durchleuchtende Liebe zu Macht und Kriegsgeschehen, durch die ihre Mutter sich zu bereichern versucht. Kühn und tapfer mit zugleich hoffnungsvollem und verzweifeltem Blick steht sie da und erzählt, wie Kinder Frieden lieben und wie sie selbst ihn liebt. Wie normal der Zustand des Friedens ist und wie unnormal zugleich der des Krieges. Nicht nur das erntet den tosenden Beifall des Publikums im fast bis auf den letzten Platz besetzten Großen Haus des Theaters. Auch der Feldprediger (gesittet und zugleich restriktiv-überzeugend: Hanns Jörg Krumpholz) überzeugt durch seine das Stück strukturierende Art. Er schwenkt immer wieder die Fahne und kündigt im epischen Sinne das nächste Geschehen an. Sympathisch und genauso ins Brechtsche Konzept passend ist der Einbezug des Publikums, der auch bei diesem selbst gut ankommt. Dann, wenn die Courage einen Herrn im Publikum anspricht, ihm einen Gutschein zeigt und ihm anbietet, sich bei ihr bessere Kleidung zu kaufen. Dann, wenn sie entsprechende Gutscheine verteilt oder dann, wenn Kattrin ins Publikum geht und Vorräte verteilt, die ihre Mutter anschließend gleich wieder einsammelt.

Wie aktuell aber ist Brecht heute? Der sich für die Inszenierung und für den Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen verantwortlich zeichnende Tilman Gersch (unter Mitarbeit seiner Referentin Barbara Wendland) betont vorab, dass nicht der geschichtliche Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges und der Krieg an sich im Vordergrund stehen, sondern die Differenz zwischen moralischem Ansinnen und tatsächlichem Tun. Gerade dies leisten die Schauspieler aus Pforzheim und Ludwigshafen auf geradezu perfekte Weise. Zusammen mit Bühnenbild (Bühnenbau und Kostüme: Andreas Auerbach), das die Härte des Krieges gerade durch den übergroßen Kastenwagen ausdrückt, und der perfekt untermalenden Musik und des Zusammenspiels von Violine (Anna-Maria Barth), Trompete (David Sasowski), Gitarre (Heiko Mall), Schlagzeug (René Lotz) sowie Wanzenklavier und Harmonium (Frank Rosenberger) wird die Parabel zur perfekt modern inszenierten Darstellungsweise, wie sie Brecht nicht besser hätte gestalten können. Und: Entgegen vieler anderer Inszenierungen kommt die Gestaltung der Mutter Courage dem gleich, wie sich Brecht sie gedacht hat, gerade nicht als Vorbildfigur, wie es der Begriff »Courage« suggerieren könnte, sondern als Warnung vor der Habgier des Menschen an sich. Man darf auf weitere Produktionen des Stadttheaters Pforzheims und der des Pfalzbaus Bühnen Ludwigshafen, wie sie angedacht sind, gespannt sein. 

berkshirefinearts.com

Donnerstag, 7. Januar 2016

Mother Courage is considered one of Bertold Brecht’s greatest works. Written in 1939-40 while he was living in Denmark and watching Hitler’s march from across the water, Brecht reflected on the ways in which societies use war to promote their needs and goals.

To cast a long look on the issue and perhaps to make production of his play timely, he set the story of small business woman Anna Fiering, known as Mother Courage, in the early 17th century during the 30 years war. All war seems endless, but thirty years is particularly absurd.

At the play’s conclusion, Mother Courage is trying to pull her cart of goods, the sale of which she’s supported herself and her family on for the war’s duration. Without the help of her children, who are all now dead despite her wily effort to survive, she can not move.

In this powerful current production of the play at the State Theatre in Pforzheim, Germany, the artists have taken the liberty of adding lines to Brecht’s. It makes the play more of the moment. It also illustrates how Brecht, often called an epic playwright, is also a creator for all time. The Volkswagen emissions scandal is hurled at us. Mrs. Merkel’s constant assurance that “We can manage,” is suggested at moments when it is clear not no one on stage or in the audience can. When Mother’s Courage’s daughter is raped, she says, “All you have to do to get raped is go to Cologne.” Less than a week ago, a very large group of young male immigrants attacked and raped women in Cologne, Germany. If you think only right wing Americans are worried about managing immigrants, think again. If you think the spotlight Brecht shown on corrupt societies was applicable only in 1939, think again too.

Mother Courage is a wonderful play. In the Pforzheim production, Joanne Gläsel takes over in the title role. Her voice is rough-edged and strident, but her resolute and crafty will to survive shines in every word she says and every note she sings.

She tends her flock of three, but forecasts the death of each of her children as they draw the black cross of death long before they fall. Eilif is attracted to war and signs up against his mother’s wish. He becomes a hero, but a dead one. Sergei Goessner gleams when he hears a martial drumbeat and sucumbs to the drumstick used to signify weapons of war.

Heckler and Koch rifles are referenced. Their guns were recently shipped to Mexican police and landed up in the hands of drug lords. Although this company was formed after the Second World War, and all records of its predecessor, the Mauser Company, were destroyed, we know that Franz Andreas Mauser, was a gunsmith at the Württemberg Royal Armory in the early 19th century. The factory was built in an Augustinian cloister, a stout building ideal for arms production. Another son, Franz Mauser, traveled to America in 1853 with his sister and worked a E. Remington & Sons. If Brecht had wanted to name names, the Mauser, Heckler, Koch connection would have been perfect. Koch after all is a named character in the play.

Henning Kallweit takes the thankless role of the dumb second son Cheese, and creates a tortuous journey of a man trying to do the right thing against everyone’s better judgment. He wants to return a cash box to his regimental supervisor and is shot eleven times when he tries to do the right thing.

Kattrin is Mother Courage’s third child, and only daughter. Symbolizing kindness, Konstanz Fischer captured the range of an innocent who tries on a whore’s pink sequined pumps and then gets what she wished for in spades. She has lost her voice, perhaps because an officer stuffed his private part down her throat when she was very young.

A whore straight from Three Penny Opera, Lilian Huynen has a brash suggestive voice and no big heart. She panics when sensing the troops think she’s diseased and sings the beautiful song about her lover in the Dutch army who she hopes will one day return.

The set is imaginative and evocative. The wagon that Anne Bancroft dragged around on an endless turntable in an exciting production on Broadway in 1983 has been replaced by stacked cages storing Mother Courage’s goods for sale, including her children and a whore. The stack can be fairly easily moved when all three children are alive, but is stuck when Mother Courage is left to drag it alone. This set alternates with barracks, made from a light translucent polyester, which drop down for scenes behind the battle. Actors move into the theatre to engage the audience from time to time. Mother Courage distributes money. Kattrin tries to distribute bread which her mother snatches back. Even the small orchestra gets offered goodies. The music is an important part of the play. Individual characters come forward and sing both of themselves and also comment on their position in the politics of the play. Mother Courage teaches a soldier to surrender in one aria.

 Paul Dessau wrote these songs. Both he and Brecht had returned to East Berlin after the war. Dessau’s phrases and tones match the strident outcries that characterize Brecht’s language and feeling. Not having seen a live production for thirty years, the vitality and currency of Mother Courage was striking. Its match to our times disturbs just the way Brecht intended in this vibrant production in Pflorzheim.